Abriss für Kita an der Schulstraße läuft

Die fünfgruppige Einrichtung soll im Sommer 2019 starten können. Aufwendig gestaltet sich gerade die Beseitigung eines Bungalows.

Wülfrath. Es ist das größte Neubauprojekt, das die Stadt Wülfrath seit langer Zeit anpackt, im Hinblick auf die Betreuungssituation von Mädchen und Jungen im Kindergartenalter angehen muss: An der Schulstraße soll im August 2019 eine fünfgruppige Kindertagesstätte für 100 Kinder zwischen zwei und sechs Jahren den Betrieb aufnehmen. Aktuell reißt eine Fachfirma den Bungalow mit den beiden Hausmeister-Wohnungen an der ehemaligen Hauptschule Wolverothe ab.

Kein großer Auftrag, könnte man meinen. Doch weit gefehlt: Vor der am 4. Juli gestarteten Entkernung der Abrissgebäude stieß man auf schwarzes Abdichtungsmaterial, das gebundene Asbestfasern enthält. „So hat man eben in den 70ern mit Blick auf den Brandschutz gebaut“, sagt Erwin Hartmann von dem Abrissunternehmen aus Erftstadt. Unter Unterdruck und mit Atemschutz müssen vier Mitarbeiter Raum für Raum das konterminierte Material herausklopfen, damit es vorschriftsmäßig entsorgt werden kann. Anschließend sind noch Messungen durchzuführen, um zu kontrollieren, ob auch wirklich alle Asbestfasern raus sind, bevor der Bagger kommt.

„Es laufen noch zwei Messungen, aber wir sind derzeit im Zeitplan“, sagt Martin Groppe. Der Hochbauamtsleiter der Stadt hatte gestern zum Ortstermin gebeten, um über den Fortgang des Projekts zu informieren. Groppe weiß aber auch, dass er da ein „strammes Paket“ schnüren muss, um den Eröffnungstermin zu halten. Es gibt noch Risiken.

Da ist einerseits der zu weiche Baugrund auf dem ehemaligen Schulhof, beziehungsweise Parkplatz. Nach dem Abriss, in etwa drei Wochen, muss dieser tragfähiger gemacht werden. „Das geschieht mit Hilfe von Rüttelstopfsäulen“, erklärt Martin Groppe. Bohrungen werden mit Schotter verfüllt und verdichtet. Im September soll der Kita-Bauplatz bereitstehen.

„Die Baugenehmigung dürfte in Kürze erteilt sein, wir suchen aber noch einen Generalunternehmer“, so Groppe. Der soll nach dem Wunsch der Stadt von der Bodenplatte über den Rohbau bis zur schlüsselfertigen Übergabe, die verschiedenen Gewerke anhand einer funktionalen Leistungsbeschreibung abwickeln. „Das geht in der Regel schneller, als wenn alles einzeln ausgeschrieben wird“, sagt der Amtsleiter. Doch Groppe weiß auch: „Auch wenn wir eine Vielzahl von Anbietern ansprechen wollen, der Markt ist überhitzt“. Angesichts der boomenden Konjunktur im Baugewerbe haben Nachbarstädte wie Mettmann Ausschreibungen auch schon zurückgezogen.

Gut 100 000 Euro für den Abriss des Bungalows, 180 000 Euro Gründungsmehrkosten sowie die fünfprozentige Kostensteigerung im Planungszeitraum beim Bauindex haben das Gesamtvolumen bereits von vier auf 4,5 Millionen Euro anschwellen lassen. „Das ist der Fluch der erstgenannten Kostenzahl. Baugrund und Konjunktur bergen stets Risiken. Wir kämpfen um jede Woche Bauzeit und jeden Euro“, verspricht Martin Groppe.