Wülfrath : 62 Abiturienten auf „Abilymp“

Nach der Zwangspause wurde Abiball wieder in Wuppertal gefeiert.

. „Es ist ein sehr gutes Gefühl, das Abitur in der Tasche zu haben. Es wird heute Abend auch sehr emotional werden. Es tut mir ein bisschen weh, dass der Kontakt mit den Freunden und Lehrern in Zukunft vielleicht etwas schwieriger sein wird.“ Lisa Frase (18) ist eine von den 62 Abiturientinnen und Abiturienten, die an der Historischen Stadthalle Wuppertal ihr Reifezeugnis entgegennehmen können.

Sie nennt ihre Mitschüler Freunde, der Zusammenhalt bei diesem Abi-Jahrgang ist laut der 18-Jährigen sehr gut. „Braucht ihr noch Hilfe?“ fragt sie die Organisatoren, die letzte Hand anlegen, damit alles reibungslos klappt. Lisa Frase ist extra früher gekommen, um das Team zu unterstützen. Sie gehört zu den vier Absolventen, die sogar die Traumnote 1,0 geschafft haben. Das Quartett wird für diese Leistung besonders geehrt.

Abstandhalten schließt Zusammenhalten nicht aus

„Froh, die Zeit überstanden zu haben“ ist Tim Förster. Er hatte „Stress mit den Klausuren, weil man sich selber Ziele setzt, die man erreichen möchte“. Dafür hat er vor allem in den vergangenen fünf Monaten reichlich gelernt – und definitiv seine Ziele erreicht. Auch Tim Förster hat „eine Eins vor dem Komma“ geschafft. Damit hat sich alle Mühe für ihn gelohnt. Er gehört zum zehnköpfigen Abiball-Komitee, das auch auf die Hilfe vieler Eltern bei allen Vorbereitungen zählen kann. Der Plan B, im Falle eines Unwetters in der Halle zu feiern, kann verworfen werden.

Bürgermeister Rainer Ritsche ließ es sich nicht nehmen, den Absolventen der Reifeprüfung persönlich für diese Leistung zu gratulieren. Die Abizeit sei eine unvergessliche Zeit. „Normalerweise steht sie für Studienfahrten und nach dem wochenlangen Lernen, für ausgiebige Partys, fürs miteinander Feiern und für häufiges Händeschütteln zur Gratulation zum höchsten Schulabschluss Deutschlands. Sie ist normalerweise eine Zeit des engen Zusammenseins – und nicht des Abstandhaltens. Doch leider machte auch dieses Jahr Corona alles anders“, so Rainer Ritsche.

„Sie sind der zweite Jahrgang, der alle schriftlichen Prüfungen und viele Klausuren unter erschwerten Hygienebedingungen in der Turnhalle schreiben ,durfte’, merkt er an. Von acht Schuljahren am städtischen Gymnasium Wülfrath hätten die Schülerinnen und Schüler eineinhalb Jahre unter Pandemiebedingungen verbracht und gelernt. „Und Sie sind der erste Jahrgang, der online, über MS Teams, unterrichtet wurde. Sie sind dabei zu einem richtigen Team zusammengewachsen und haben gezeigt, dass Abstandhalten und Zusammenhalten sich nicht ausschließen. Ich freue mich sehr, dass das Land NRW und die Stadt Wülfrath Sie mit der Bereitstellung der technischen Infrastruktur beim Lernen unterstützen konnten.“