Rhythmus-Chor Neviges: Aus der Ferne strahlt ein Licht

Der Rhythmus-Chor begeisterte das Publikum bei seinem Konzert im Mariendom.

Wenn rings um den Mariendom keinerlei Parkplätze mehr zu finden sind, dann muss wohl der „Rhythmus-Chor Velbert-Neviges“ ein Konzert veranstalten. So am Sonntag, als der von Chordirektor Manfred Hagling betreute Rhythmus-Chor und der Rhythmus-Parenten-Chor Neviges-Velbert in das imposante Gotteshaus zu ihrem 41\. Domkonzert eingeladen hatten und die Stuhlreihen im weiten Innenraum dicht gefüllt waren.

Während draußen auf dem Platz vor dem Dom der Pfarrcäcilienchor auf seinem Weihnachtsmarkt in anderer Funktion tätig war, ließen drinnen die jungen und älteren Sängerinnen und Sänger unter dem Motto „Aus der Ferne strahlt ein Licht“ ihre Stimmen erschallen und brachten so symbolische Helligkeit in den ausgesprochen trüben, regnerischen Sonntag. Erwartungsvoller Applaus, als die jungen Chormitglieder in ihren bunten Kapuzenpullis und die älteren Damen und Herren in roten Jacketts den Altarraum betraten, begleitet von den Instrumentalisten, die die Lieder, Songs, Choräle und Gospels musikalisch begleiten.

Pater Hubertus war
am Vorabend schwer gestürzt

Eine Besonderheit der Velberter singenden Rhythmiker auch, dass sie ihre Lieder auswendig im Kopf haben, also nichts ablesen müssen, sondern sich voll auf die mimischen und dirigierenden Anweisungen ihres Chorleiters konzentrieren können. Den Auftakt des eindrucksvollen Konzerts sollten nach der Begrüßung durch Pfarrer und Wallfahrtsleiter Bruder Frank adventliche Gedanken von Pater Hubertus bilden, doch der war am Vortag schwer gestürzt und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Herzlicher Beifall der rund 1000 Besucher sollten Genesungswünsche bedeuten.

Doch dann erklangen die Stimmen der beiden Chöre, wobei Manfred Hagling einigen der jungen Sängerinnen die Gelegenheit zu eindrucksvollen Solo-Auftritten gab. Sie absolvierten ihre Auftritte stimmlich überzeugend und mit sichtlicher Freude am Gesang.

Zwischendurch immer wieder instrumentale Soli von Torsten Haase (Akkordeon und Keyboard), Julian Schlipköter (Trompete, Saxofon und Klavier) und der Organistin der evangelischen Gemeinde Tönisheide, Petra Kubernus. Nicht alle Instrumente schafften es, den gewaltigen Kirchenraum mit ihrem Klang so zu erfüllen, wie es den beiden Chören gelang.

Gounouds „Ave Maria“ traf den Geschmack des Publikums

Vor 200 Jahren war der französische Komponist Charles Gounod geboren worden, und seiner gedachte man mit dem Ave Maria und der Pastorale und traf damit, ebenso wie mit den übrigen Beiträgen den Geschmack des fachkundigen Publikums, das reichlich Beifall spendete und sich in den rund 90 Minuten im Mariendom bestens unterhalten fühlte.

Wenn man sich Rhythmus-Chor nennt, dann sollte auf viele adventlich getragene Beiträge auch Temperamentvolleres folgen. Und genau das geschah mit den Rivers of Babylon (Frank Farian/ George Reyam), bei dem die Zuhörerschaft rhythmisch mitklatschte und die Sängerinnen und Sänger eine kleine Choreografie inszenierten.

Pure Lebensfreude vermittelten auch „He shall reign“ und das Gospel „Halleluja, Salvation an Glory“ sowie „Amazing Grace“, das Julian Schröder auf dem Saxofon und Petra Kubernus auf dem Klavier intonierten.

Als am offiziellen Schluss des hörenswerten Konzerts im kühlen Dom das „Ave-Marie-Glöcklein“ von Franz-Xaver Engelhart erklang, da wollte man bei „standing ovations“ die großartigen Musik-Schaffenden nicht ohne eine Zugabe entlassen. Und mit den zwischenzeitlich überreichten Blumensträußen in den Händen lies man noch einmal die „Rivers of Babylon“ fließen.

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