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2. Velberter Integrationsgipfel: Der Wille zur Integration

2. Velberter Integrationsgipfel: Der Wille zur Integration

Auf dem 2. Velberter Integrationsgipfel gab es Erfolgsbeispiele, aber auch nackte Zahlen, die Bedarf nachweisen.

Velbert. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Diesen Satz stellte Stjepana Susic (24) an den Anfang ihrer Biografie. Die gebürtige Kroatin ist eine von drei jungen Menschen aus Velbert, die mit ihrem Lebenskonzept für eine gelungene Integration steht. Auch Korichu Mulugeta (37) und Najat Elamrati (21) sprachen beim 2. Velberter Intergrationsgipfel über Höhen und Tiefen in ihrem Leben.

Drei Schicksale, drei Zuwanderungsgeschichten, drei erfolgreiche Lebenswege. Fast schien es so, als hätte es die oftmals beklagte Benachteiligung von Migranten gar nicht gegeben.

Denn am Ende standen drei erfolgreiche berufliche Karrieren, die noch längst nicht am Ende angelangt sind. Schaut man allerdings genauer hin, wird eines ziemlich deutlich: Auch Stjepana Susic, Kurichu Mulugeta und Najat Elamrati hatten anfangs mit Schwierigkeiten zu kämpfen.

"Ich war sieben Jahre alt und habe kein Wort deutsch gesprochen", erinnert sich Stepana Susic. Die Kroatin kam nach dem Ausbruch des Krieges in ihrem Heimatland nach Velbert und hatte große Probleme, sich von der Heimat und ihren Freunden zu verabschieden. Später steckte sie sich eigene Ziele, wollte unbedingt das Abitur machen und schrieb sich an der Gesamthochschule Essen für den Studiengang Sozialarbeit und Management ein.

Auch Kurichu Mulugeta hat irgendwann der Ehrgeiz gepackt. Der gebürtige Äthiopier ist mittlerweile bei der Firma Normfest angestellt und dort mitverantwortlich für den Verkauf. "Wenn man Leistung bringt, fragt niemand, woher man kommt", ist auch Najat Elamrati fest davon überzeugt, dass für Jugendliche mit Migrationshintergrund alles möglich ist.

Allerdings gibt es auch die andere Seite, bei der Integration auch in Velbert nicht immer gelingt. Der Ausländeranteil an der Förderschule Lernen liegt bei 43 Prozent, nur jeder zehnte Ausländer macht Abitur. Fast genauso viele Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte verlassen die Schule ohne Abschluss.

Für den Vorsitzenden des Integrationsrates, Cem Demircan, sind diese Zahlen alles andere als zufriedenstellend. Nicht ohne Stolz berichtet er daher als Mitglied der Arbeitsgruppe Wirtschaft von etlichen erfolgreichen Bewerbungen ausländischer Jugendlicher bei Velberter Unternehmen.

"Wir haben mit diesen Auszubildenden sehr gute Erfahrungen gemacht", betont Gunar Rusack, Personalleiter bei der Schulte-Schlagbaum AG. Nachdem im letzten Jahr auch die Arbeitsgruppen "Wohnen" und "Schule und Bildung" ihre Arbeit aufgenommen hatten, gab es von dort ebenfalls Erfolgsmeldungen.

"Wir streben keine Ghettos, sondern eine gesunde Mischung an. Im Nordpark und am Kostenberg ist der Zustand allerdings noch nicht zufriedenstellend", sprach Ivo Simic von der AG Wohnen allerdings auch kritische Themen an.

Die AG Schule und Bildung beließ es ebenfalls nicht bei Worten und engagierte sich in Sachen Elternarbeit und Sprachförderung. "Das Netzwerk mit vorher ziemlich weiten Maschen ist eng geworden", sagte Ulrich Heuwald, Schulleiter der Gerhart-Hauptmann-Grundschule.