Velbert: Historisches Fachwerkhaus in Flammen

Velbert: Historisches Fachwerkhaus in Flammen

In der Altstadt von Velbert-Langenberg brennt ein mehr als 500 Jahre altes Haus völlig aus. Feuerwehr und Polizei sind mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Velbert. Beißender Qualm hängt über Langenbergs Innenstadt. Ein mehr als 500 Jahre altes, mit Schiefer verkleidetes Fachwerkhaus steht in Flammen. Die Altstadt ist weiträumig abgesperrt, mehrere Löschzüge der Feuerwehr blockieren die Fußgängerzone.

Um kurz vor 14 Uhr melden am Mittwoch mehrere Anrufer bei Polizei und Feuerwehr den Ausbruch eines Brandes im Zentrum der Altstadt. "Wir haben sofort Sirenenalarm für Langenberg ausgegeben", berichtet Reinhard Lüdeke, Sprecher der Feuerwehr Velbert. Zunächst ist von einem Küchenbrand die Rede - im Erdgeschoss des Wohn- und Geschäftshauses befindet sich ein vietnamesisches Restaurant.

Als die Feuerwehrleute eintreffen, brennt das Gebäude bereits bis zur zweiten Etage. Von zwei Seiten, der Hauptstraße und der Donnerstraße, rücken die Löschtrupps vor. Mit drei Drehleiterwagen und bis zu acht Rohren gleichzeitig wird gelöscht. Da das Gebäude, das zu den ältesten Häusern im Ort gehört, im Innern aus Fachwerk besteht und eine Holzdecke hat, entzündete es sich sehr schnell.

Aufgrund der Lage in der verwinkelten und engen historischen Altstadt besteht außerdem permanent die Gefahr, dass die Flammen auch auf die Nachbarhäuser übergreifen. Dies können die Einsatzkräfte aber verhindern. "Um den Funkenflug einzudämmen, haben wir die Seitenwände mit Wasser heruntergekühlt", sagt Lüdeke.

Noch bis in den Abend ist die Feuerwehr mit Nachlöscharbeiten beschäftigt, spürt möglichen weiteren Brandherden nach. Zur Sicherung werden auch Dachteile, die sonst unkontrolliert herabfallen könnten, abgerissen. So stürzt das Giebelfenster unter Mithilfe der Feuerwehrleute krachend auf die Straße. Über Nacht wird zusätzlich eine Brandwache eingerichtet.

Bevor die Polizei an die Klärung der Brandursache gehen kann, muss das Gebäude aufgrund der Einsturzgefahr erst abgestützt werden. "Die Spurensicherung bei so einem Brand ist am ersten Tag völlig unmöglich", so Lüdeke.

Der 37-jährige Inhaber des Restaurants wird mit Verdacht auf Rauchvergiftung im Rettungswagen behandelt. Er muss aber nicht ins Krankenhaus. Seine 30-jährige Frau kann sich mit dem zwei Monate alten Baby ebenfalls in Sicherheit bringen. Die Familie ist ebenso wie die Mieter der über dem Restaurant liegenden Wohnung zunächst ohne Bleibe und wird von der Stadt untergebracht.

Zur Absperrung und Verkehrsregelung hat die Polizei rund 100 Beamte aus dem gesamten Kreisgebiet und sogar aus Essen und Wuppertal zusammengezogen. Zur Dokumentation kreist außerdem ein Polizeihubschrauber über der Stadt. Die Velberter Feuerwehr hat 70 Helfer aus den Wachen Langenberg, Neviges und Mitte im Einsatz.

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