Wülfrath: „Spielplätze ohne Spielgeräte“

Wülfrath: „Spielplätze ohne Spielgeräte“

Die Politiker warten schon lange auf den Spielflächenbedarfsplan.

Wülfrath. Abgesperrt. Nicht benutzbar. Die Zukunft: ungeklärt. Zuletzt hat die WZ in der ersten Juni-Woche den schlechten Zustand von Spielgeräten zum Beispiel auf dem Spielplatz In den Eschen thematisiert. Jetzt hat sich auch der Rat mit der Problematik befasst. Und er hat die nüchterne Erkenntnis gewonnen: Besser wird die Situation auf den städtischen Plätzen wohl kaum.

Im Rahmen des HaushaltssicherungskonzeptesIV spielen auch die kommunalen Spielflächen eine Rolle. Der Auftrag an die Verwaltung lautete, aufzuzeigen, in welchen Bereichen Spielflächen zurückgebaut und damit veräußert werden können. Konkrete Aussagen gibt es aber nicht. "Der Spielflächenbedarfsplan sollte schon Ende des vergangenen Jahres vorliegen. Wann kommt er denn endlich?", wollte Manfred Tweer (Grüne/WWG) im Rat wissen. Einen Zeitpunkt konnte die Verwaltung nicht nennen. Die Planung und Begleitung der Neubebauung des Rathaus-Areals habe Vorrang, "und Kapazitäten für mehr haben wir nicht", sagte Planungsamtsleiterin Christiane Singh. Darauf reagierte Axel C. Welp (SPD) mit Unverständnis: "Das ist doch ein Grundsatzproblem. Wenn Arbeit liegen bleibt, müssen wir über die Personalausstattung reden."

Manfred Tweer gab zu Bedenken, dass Spielplätze in puncto Familienfreundlichkeit wichtig seien. Frank Homberg nutzte die Diskussion zur Generalkritik: Im Stadtpark sei von sieben Geräten nur noch eines zu nutzen, An der Mettmanner Bachquelle/In den Eschen seien fast alle Geräte beschädigt.

Fachbereichsleiter Hans-Werner van Hueth beschönigte nichts. Der Zustand sei die Folge des Sparens. Seit zehn Jahren sei nicht mehr in Spielplätze investiert worden. Ohne private Hilfe sei nichts machbar. Er verwies auf Beispiele am Ulmenweg und in der Siedlung Düsseler Tor, wo durch Elternengagement ganze Spielplätze finanziert und gebaut wurden. Van Hueth skizzierte eine düstere Zukunft: "Wenn das so weiter geht, haben wir nur noch Spielflächen, aber keine Spielgeräte mehr."