Wülfrath: Radweg ohne Spende ungewiss

Wülfrath: Radweg ohne Spende ungewiss

Bahntrasse: Die Politik stellt für das Projekt „Alleenradwege NRW“ kein städtisches Geld bereit – sieht aber die Chance darin.

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p class="text"><strong>Wülfrath. "Die Chance ist einfach groß. Aber die finanziellen Grundlagen sind aus Sicht der Stadt einfach sehr schwierig." Tiefbauamtsleiter Hans-Peter Pfeiffer kommt bei der Idee eines Alleenradwegs auf der Trasse der Eisenbahnstrecke 2724 - Oberdüssel bis Heiligenhaus - ins Schwärmen, wohlwissend dass die Realisierung für eine notorisch klamme Kommune wie Wülfrath aktuell kaum erklärbar ist. "Die Eltern werden von uns für höhere Kindergartenbeiträge zur Kasse gebeten, da können wir uns so ein Projekt nicht leisten", ordnete Manfred Tweer (Grüne/WWG) im Rat die Situation ein. Und dennoch fällt das Gremium einen zustimmenden Beschluss zur Schaffung eines Radwegs auf der alten Bahntrasse - mit breiter Mehrheit.

Der neue Radweg könnte 7,7 Kilometer lang sein

Rund 7,7 Kilometer ist die Trasse auf Wülfrather Gebiet lang. Heiligenhaus hat für seinen Abschnitt bereits einen Grundsatzbeschluss gefasst. Auch Velbert wird mit ins Boot steigen. Wülfrath möchte das auch - aber eigenes Geld will die Stadt nach dem letzten Stand nicht in die Hand nehmen. Damit sollen den Politikern die "Bauchschmerzen" genommen werden, die neben Tweer auch Axel C. Welp (SPD) angesichts des städtischen Zuschussbedarfs verspürte. Auf einen Betrag zwischen 160 000 und 170 000 Euro beziffert Pfeiffer in einem Gespräch mit der Westdeutschen Zeitung den Wülfrather Anteil - sollte das ambitionierte Projekt in das Landesprogramm "Alleenradwege NRW" aufgenommen werden. Aus diesem Topf soll der größte Teil - immerhin 75 Prozent - für den Weg kommen.

Es ist nicht der Radweg allein, der aus Pfeiffers Sicht den Charme des Vorhabens ausmacht. Im Vordergrund steht die Sicherung der Bahntrasse, auf der in ferner Zukunft einmal die Circle-Line fahren soll. Und deshalb soll die Piste für die trampelnden Zweiradfahrer "im Sinne eines Pilotprojektes", wie es im Beschluss heißt, als so genannter Low-Cost-Radweg angelegt werden. Damit werde, so die Stadt in der Begründung, der Charakter einer Zwischennutzung unterstrichen. Pfeiffer: "Das wäre kein Radweg für viele Generationen."

Strecke: Die Circle Line soll Regiobahn und die alte Niederbergbahn verbinden und bis zum Flughafen Düsseldorf führen.

Einzelprojekte: Das Gesamtsystem Circle Line setzt sich aus vier Einzelprojekten zusammen: Verlängerung der Regiobahn (S 28) von Mettmann-Stadtwald über Hahnenfurth und Dornap über Wuppertal-Vohwinkel nach Wuppertal-Hauptbahnhof; Reaktivierung der Niederbergbahn zwischen der Trasse der S 9 über Wülfrath, Velbert und Heiligenhaus bis zur Einschleifung in die Trasse der S 6, einschließlich der Zuführung der S 28 in die Trasse der S 9; Schaffung einer neuen Stadtbahnverbindung (U 81) vom Düsseldorfer Flughafen über Messe/Arena, eine neue Rheinbrücke und weiter bis zum Neusser Hauptbahnhof; Verlängerung der Regiobahn S 28 von Kaarst nach Mönchengladbach.

Kosten: In einer Projektstudie des Düsseldorfer Ingenieur-Büros Spiekermann, die im Mai 2005 vorgelegt wurde, werden die Kosten für das gesamte Projekt mit 426 Millionen Euro beziffert.

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