Wülfrath: „Gesellschaft blockiert Wirtschaftsförderung“

Wülfrath: „Gesellschaft blockiert Wirtschaftsförderung“

Stadtmarketing soll jetzt doch aufgelöst werden – das empfiehlt der Rat.

Wülfrath. Diesen Tag solle sich die DLW rot im Kalender anstreichen, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Axel Effert im Rat und kündigte die Zustimmung zum linksdemokratischen Vorstoß zur Liquidierung der Stadtmarketing- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SMW) an. Am Ende stimmten nur SPD und FDP gegen den Antrag.

Sie sei inaktiv, verzehre sich selbst, koste jedes Jahr 4000 Euro: "Stadtmarketing ist wichtig, doch nicht mehr in dieser Gesellschaft", urteilte Frank Homberg (DLW). Vor drei Jahren wurde die SMW "in Ruhe" gestellt. "Die 12000Euro, die seither verloren gegangen sind, hätte Wülfrath für neue Broschüren oder das Polieren der Homepage besser aufbringen können", so Homberg. Eine Position, der die Ratsmehrheit folgte.

Manfred Hoffmann (SPD) teilte die Einschätzung "im Grunde" auch, gab aber zu bedenken, dass der Rat seit drei Jahren auf ein Konzept warte, wie die Gesellschaft mit neuem Inhalt gefüllt werden könnte. Bevor die Liquidierung beschlossen werden könnte, sollten aber Alternativen vorgelegt werden - zum Beispiel wie sich die Bürgermeisterin die Aufstellung der Wirtschaftsförderung vorstelle.

Claudia Panke reagierte etwas gereizt. Die SMW blockiere Pläne, im Rathaus eine Wirtschaftsförderungsstelle anzusiedeln, sagte die Bürgermeisterin. Sie benötige Ressourcen, um einen neuen Kurs einschlagen zu können. Als "etwas schemenhaft" wertete Axel C. Welp (SPD) diese Aussage und mahnte ein Konzept an. Auch Hans-Peter Altmann (FDP) wollte nicht das sofortige Aus der Gesellschaft und regte "zum jetzigen Zeitpunkt" weitere Prüfungen an.

Panke merkte nicht nur an, dass die Gesellschaft schon seit 2007 keine Bilanz mehr vorgelegt habe. "Auch die Aufsichtsbehörde wirkt seit mehr als einem Jahr massiv auf Wülfrath ein, die Gesellschaft aufzulösen. Da hat man sich aber die ganze Zeit taub gestellt". Ein Grund mehr, so Wolfgang Peetz (WG), endlich zu handeln. Und so stimmte auch dessen Fraktion der Empfehlung zu, dass der Aufsichtsrat die Auslösung beschließen möge.