Wülfrath: Die Politik spürt eine „neue Offenheit“

Wülfrath: Die Politik spürt eine „neue Offenheit“

Auf der Suche nach Wegen aus der Krise steht Vergangenheitsbewältigung an.

Wülfrath. Um Wege aus der Liquiditätskrise zu finden, muss es eine schonungslose Bestandsaufnahme geben. Und so war vor allem eins am Freitag Abend im neuen Finanzausschuss zu erleben: Vergangenheitsbewältigung. Und in dieser sieht die nicht wieder gewählte Bürgermeisterin Barbara Lorenz-Allendorff nicht gut aus.

Ein Millionen-Defizit in diesem Jahr, ein Zehn-Millionen-Loch im kommenden Jahr: Nach der Kommunalwahl, stellte Udo Switalski (CDU) fest, habe es eine "dramatische Wende" gegeben. Von den positiven Einschätzungen der Wahlkampfzeit sei nichts übrig geblieben.

Eine "neue Offenheit", die nicht nur Switalski begrüßte. "Wer hat wann was gewusst?" brachte Wolfgang Peetz (WG) eine Kernfrage auf den Punkt. Und Kämmerer Stephan Hölterscheidt war sehr direkt: "Ich wäre ein schlechter Kämmerer, hätte ich die kommende Situation nicht schon seit Mai gesehen."

Er habe aber nicht alles dem Rat sagen dürfen. "Die Infos und Vermerke sind alle an die Verwaltungsführung gegangen. Ich entledige mich daher jeder Verantwortung", so Hölterscheidt, der sich in einigen Situation in der Vergangenheit "handlungsunfähig" gefühlt habe.

Ausschuss-Vorsitzender Martin Sträßer (CDU) mahnte Verwaltung und Rat zu Einigkeit, um: "Wir schaffen das." Switalski appellierte, "Mut aufzubringen, die nötigen Entscheidungen zu treffen".

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