Wülfrath: Bürgermeister - Zwei Männer an Claudia Pankes Seite

Wülfrath: Bürgermeister - Zwei Männer an Claudia Pankes Seite

Vor der neuen Legislaturperiode bekunden die Fraktionen Gesprächsbereitschaft.

Wülfrath. "Die beiden großen Parteien sind gerupft worden", stellt Andreas Seidler, CDU-Vorsitzender und bald auch Mitglied des Rates, fest. In der Tat hat die Union bei der Kommunalwahl wie auch die SPD Federn lassen müssen. Für Seidler steht fest, dass man nicht ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen kann.

"Wir müssen ermitteln, warum die Wähler uns den Rücken zugekehrt haben," sagt Seidler. Dem werde sich die neue Fraktion stellen. In dieser Woche kommt sie zum ersten Mal zusammen. Wer die Führung übernehmen wird, steht noch nicht fest. Birgitt Schmahl, die in der abgelaufenen Legislaturperiode Gerd Rammes abgelöst hatte, ist eine Kandidatin für die Aufgabe.

Seidler kündigt an, dass seine Partei bald zu allen anderen Fraktionen Kontakt aufnehmen wird. "Wir sprechen mit allen." Eine Personalie steht für Seidler bereits fest. "Wir werden Horst Hoenke wieder zum ersten stellvertretenden Bürgermeister vorschlagen."

Einen Stellvertreter der künftigen Bürgermeisterin Claudia Panke (Dienstantritt: 21. Oktober) will auch die SPD stellen. Bisher war das Bettina Molitor. Sie wird im neuen Rat nicht mehr vertreten sein. Der amtierende und wohl auch künftige Fraktionsvorsitzende Manfred Hoffmann hat da klare Vorstellungen: Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Wolfgang Preuss wird aufgestellt. "Bisher war das guter Brauch in Wülfrath, dass die beiden größten Fraktionen die stellvertretenden Bürgermeister stellen", so Hoffmann.

Im Oktober wird die neue SPD-Fraktion ihre Arbeit aufnehmen. "Dann muss beispielsweise mit den anderen Fraktionen erörtert werden, welche Ausschüsse eingesetzt werden und wie groß diese sein sollen", sagt Hoffmann.

"Wir haben keine Eile", sagt DLW-Spitzenkandidat Frank Homberg. Die neue Fraktion werde aber bis zu den Herbstferien die Weichen stellen. Gesprächen mit den anderen Gruppieren werde man sich nicht verweigern. Homberg: "Ich habe noch nie einen Gesprächswunsch zurückgewiesen." Entscheidend seien inhaltliche Gemeinsamkeiten, "unabhängig von der Partei".

In einer Position hat sich zumindest Homberg festgelegt: "Es gehört zum guten Ton, dass die beiden stärksten Fraktionen die stellvertretenden Bürgermeister stellen. Und das sind CDU und SPD."

Gespannt ist Homberg, welche Ausschüsse der neue Rat einsetzen wird. Er könne sich vorstellen, dass Umwelt- und Verkehrsausschuss wieder zusammengelegt werden. Er regt einen neuen festen Ausschuss "für Wirtschaftsförderung und Marketing an. Neben den Politikern könnten dazu auch Experten von Verbänden oder aus der Industrie regelmäßig eingeladen werden." Eine Position, der wohl auch die kommende Bürgermeisterin Sympathie abgewinnen könnte.

Sich auf keine feste Bindung einlassen, sondern themenorientiert sachlich Entscheidungen treffen - das nimmt sich die Wülfrather Gruppe vor. Schließlich wolle man sich die politische Unabhängigkeit wahren, lässt der frisch gewählte Fraktionsvorsitzende Ralph Mielke wissen.

Die "neue" FDP muss sich nicht erst finden. Das Trio der vergangenen Periode wird auch ab Oktober im Rat sitzen. "Wir haben aber noch nicht mit Blick auf die kommenden Amtszeit getagt", sagt Fraktionsvorsitzender Heinz Franke. Das werde nun in aller Ruhe geschehen. Über künftige Kooperationen habe man noch nicht nachgedacht. "Wir sind für alle Gespräche offen und werden auch unsererseits das Gespräch suchen." In der Frage der stellvertretenden Bürgermeister sieht er die FDP "nicht in einer fordernden Rolle".

Wer in der neuen Fraktion von Grüne/WWG das Sagen haben wird, ist noch nicht geklärt. "Wir müssen das noch bereden", sagt Stephan Mrstik, der als Bürgermeister-Kandidat der Partei im Wahlkampf maßgeblich Gesicht und Gewicht gegeben hatte. Offen auch, ob die Grünen Gesprächsinitiative ergreifen wird.

Ratsbesetzung siehe Kasten.