Wülfrath: Alleenradweg - Ein Radweg hält die Vision vom S-Bahnhof Wülfrath am Leben

Wülfrath: Alleenradweg - Ein Radweg hält die Vision vom S-Bahnhof Wülfrath am Leben

Bürgermeisterin und Politik sind froh über das Vorgehen des Kreises Mettmann.

Wülfrath. "Das ist ganz hervorragend für Wülfrath." Bürgermeisterin Barbara Lorenz-Allendorff ist hochzufrieden, dass der Kreis Mettmann beabsichtigt, die Trasse der Niederbergbahn auf dem Areal der Kalkstadt zu erwerben.

Für den Fall, dass das Land den so genannten Alleenradweg bezuschusst - daran zweifelt offenbar niemand - will der Kreis die Trasse nicht nur kaufen, sondern auch die Kosten für die Herrichtung des Radweges auf Wülfrather Stadtgebiet tragen (WZ-exklusiv vom 30. Mai). Geld, das Wülfrath nicht hätte aufbringen können.

"Wir waren immmer intensiv am Thema dran", betont Lorenz-Allendorff gegenüber der WZ. Die Verwaltung stehe "voll hinter der Idee des Radweges, der als Zwischenlösung die Trasse für die Circle Line sichert".

Schon im April hatte die Bürgermeisterin den Rat informiert, dass esin Sachen Finanzierung des Radweges positive Signale aus dem Kreishaus geben würde. Die

waren auch notwendig. Dass der Rat sich mehrheitlich für das Vorhaben ausgesprochen hatte, lag in der Vorgabe begründet, dass der Stadt keine Ausgaben entstehen dürfen. Die CDU hatte im Fachausschuss zunächst gezögert, warnte vor nicht absehbaren finanzielle Belastungen. Auf Vermittlung der SPD - sie brachte die finanzielle Null-Lösung ins Spiel - stimmte die Union zu. "Die Entscheidung war richtig", so Axel C. Welp (SPD), Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses.

Welp wertet den Beschluss-Vorschlag des Kreises als "eine Geste der Solidarität". Dafür müsse man dankbar sei. Sie zeige aber auch, dass die Vision von der Circle Line auf der Trasse der ehemaligen Niederbergbahn als regionale Aufgabe verstanden werde. Welp: "Würde der Kreis die Trasse nicht kaufen, bliebe der Alleenradweg im Nordkreis Stückwerk."

Der Kreisausschuss wird das Thema in der kommenden Woche beraten. Aus der SPD-Kreistagsfraktion ist zu hören, dass sie der Vorlage folgen werde. Für das Projekt auf Wülfrather Stadtgebiet wird mitKosten (Grunderwerb und Bau) in der Größenordnung von 1,68Millionen Euro gerechnet. Der Eigenanteil der Stadt, den der Kreis dann übernehmen würde, wird mit 420000Euro beziffert. Die Trasse hat in Wülfrath eine Länge von 7,7 Kilometern.

Die Landesförderung soll 75Prozent betragen. Um den Charakter einer Zwischennutzung des Rad- und Fußweges zu unterstreichen, ist der Ausbau als Pilotprojekt "Low-Cost-Radweg" vorgesehen. So wird mit einer Fahrbahndecke geplant, die kostengünstiger als herkömmliche Ausbaustandards sein soll.

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