Wülfrath: Aktion - Ausgelassene Schlagerseligkeit im Schneetreiben

Wülfrath: Aktion - Ausgelassene Schlagerseligkeit im Schneetreiben

Mehr als 400 Besucher machen den Hüttenzauber der Kalkstädter zur Party des Jahres.

Wülfrath. Bei diesen Temperaturen bleibt kein Schnee liegen - mag die Alm auch noch so hoch liegen. Zwar fällt immer wieder Neuschnee. Doch im Schneetreiben friert bei diesem Hüttenzauber niemand.

Im Gegenteil: Das Partyvolk gerät ins Schwitzen. Die Après-Ski-Party des Musikvereins Kalkstädter Wülfrath toppt deren Beach-Party, und mehr als 400 Besucher rund ums Vereinsheim an der Flandersbacher Straße feiern, wippen und singen ausgelassen: "Tie a yellow ribbon round the old oak tree."

"Wir wollen alle zwei Jahre etwas Besonderes veranstalten - neben unseren Konzerten", sagt Vereinsvorsitzender Wolfgang Köster. 2007 war das Vereinsheime eine Strandbude, und die Menschen schlurften durch Sand.

Diesmal wird über der Cocktail-Bar mehrmals pro Stunde "Schnee" in den Hof gepustet. "Das Material ist völlig ungefährlich", räumt Organisator Hansi Poltermann etwaige Bedenken aus, der Kunstschnee könnte gesundheitsgefährdend sein. Mit einem Lächeln im Gesicht reagieren die Besucher auf den Wintereinbruch, versuchen die Flocken zu fangen. "Und die Hände zum Himmel, komm lass uns fröhlich sein."

Die Kalkstädter überlassen nichts dem Zufall. Poltermann und sein Team haben das Areal bestens präpariert. Mit großem Aufwand sind Dächer und Fassaden hütten-gerecht dekoriert. Strohballen sind zur gemütlichen Bank umfunktioniert worden. Die Beleuchtung ist stimmungsvoll.

"Das hat für uns Marc Tuschy gemacht. Auf ihn kann man sich verlassen. Ein toller Typ", sagt Köster und schwärmt von allen Helfern. "Es ist verrückt, wie toll die Leute zum Verein stehen und mitmachen," sagt er.

Die Mädchen, die Caipirinha und Co. in einer kleinen Hütte mixen, haben sich eigens für das Ereignis Dirndl-Kleider zugelegt. "Aber eine Nummer kleiner", wie Köster schmunzelnd anmerkt. "Das ist Wahnsinn, warum schickst Du mich in die Hölle. Hölle. Hölle. Hölle."

Die Stimmung steigt mit jedem Moment. Die professionellen DJs wissen, welche Musik auch den dicksten Gletscher zum Abschmelzen bringen würde; Ballermann oder Alpenhütte - gibt es da einen Unterschied? Der Hof wird voller. Die Menschen kommen und staunen.

"Das ist einfach perfekt. Der Verein hat jeden einzelnen Besucher verdient", verneigt sich Wülfrath- pro-Vorstand Christian Campe vor den Kalkstädtern. Und in der Tat trifft der Abend den Nerv - begünstigt von schönstem Sommerwetter. Jung und Alt wippen und schmettern alte Schlager: "Du kannst nicht immer 17 sein, Liebling, das kannst Du nicht."

Dirk Wittig ist mit Freunden zur Flandersbacher Straße gekommen - eine lustige Runde. Er ist begeistert. "Cool, wie viele Leute man bewegen kann, wenn man was Tolles auf die Beine stellt. Hansi Poltermann kann sich über derlei Lob von ganzem Herzen freuen.

Und er denkt schon weiter. "Ich bin Wülfrather, hol’ mich hier raus. Das wird das nächste Motto. Eine Dschungel-Party", verrät er. "Heeeey, hey, Baby. I wanna know..."