Whisky-Kenner Walter Schobert: Einer für alle Lebenslagen

Whisky-Kenner Walter Schobert: Einer für alle Lebenslagen

Walter Schobert liebt Whisky, speziell schottischen Single Malt. Bei einem Seminar führte er in die Wissenschaft vom „Wasser des Lebens“ ein.

Wülfrath. „Der Malt-Whisky hat ein so überragendes Aromenprofil, das schafft kein anderes Getränk auf der Welt!“ Das sagt einer, der es wissen muss: Walter Schobert gilt als der „Whisky-Papst“ in Deutschland und lebt quasi mit schottischem Whisky.

1965, während des Studiums in Italien, habe er seinen ersten Single-Malt getrunken, erzählt Schobert — und danach habe er nur noch an zwei Abenden darauf verzichtet. „Und wie jeder sehen kann, hat mich das gesund gehalten“, sagt der 68-Jährige.

Es ihm gleich zu tun, dazu forderte Schobert im WüRG-Haus am Zeittunnel die 48 Teilnehmer des zehnten von Dirk Schlüter organisierten Whisky-Seminars auf. Mit witzigen Geschichten rund um Geschichte und Qualität der schottischen Single-Malt-Sorten begeisterte er sein Publikum.

Dass er für und mit dem Whisky lebt, merkt man Walter Schobert an. Der studierte evangelische Theologe und Theaterwissenschaftler, frühere Direktor des Deutschen Filmmuseums, Dozent, Autor und Herausgeber lebt nur noch drei Monate im Jahr in Deutschland. Den Rest der Zeit verbringt er auf der schottischen Insel Islay. Er wird nicht müde, sein Insider-Wissen an die Seminar-Teilnehmer — vorwiegend Männer — weiterzugeben. 125 Brennereien gibt es in Schottland, die aus Gerstenmalz den Single-Malt herstellen, der jeweils nach seinem Herstellungsort benannt und nicht mit anderen Sorten gemischt wird. „Jedes Lagerhaus bringt jedoch ein anderes Aroma“, weiß er und erzählt am Rande, dass er es bereits geschafft habe, jeweils eine Flasche aus allen 125 Brennereien zu probieren.

Da haben die meisten Seminarteilnehmer noch was vor sich, wobei es auch unter ihnen Spezialisten gibt: „Ich veranstalte zuhause auch Whisky-Treffs“, erzählt Erhard Hofmann. Er besitze 60 bis 70 Flaschen, manche Sorten seien so alt wie er, der kurz vor der Rente stehe.

„Es gibt keinen schlechten Malt-Whisky, es ist ein sehr ursprüngliches Getränk“, meint Dirk Schlüter. Walter Schobert ergänzt, dass es für jeden Moment im Leben den richtigen Whisky gebe: „Am besten, man setzt ihn in Situationen ein, für die er eigentlich gemacht wurde.“ Der erste von den sechs Sorten, die am Abend getestet wurden, der „Glenmorangie“, sei eigentlich viel zu leicht für das schlechte Wetter, räumt er ein. Doch zum Glück gibt es auch schottischen Whisky, der zum Winter passt. Darauf nämlich hoffen Thomas Feichtinger und Michael Linßen: „Wir wollen heute mal reinriechen und denken, dass es für die kalte Jahreszeit genau das richtige Getränk ist.“

Wer das Seminar verpasst hat, muss nicht auf weitere Informationen verzichten, Walter Schobert hat neben mehreren anderen Büchern auch ein Whisky-Lexikon geschrieben.