Velbert: Wieder Randale im Herminghauspark

Velbert: Wieder Randale im Herminghauspark

Festnahmen und Anzeigen am Osterwochenende: Betrunkene junge Leute liefern sich am Samstag eine massive Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Velbert. Erneutes Randalewochenende im Herminghauspark: Bei dem schönen Wetter war die Grünanlage abends und nachts wieder Treffpunkt für zahlreiche Jugendliche und junge Erwachsene, die nach Angaben der Polizei lautstark und mit viel Alkohol feierten. Dabei kam es am späten Samstagabend zu einer massiven Auseinandersetzung zwischen Ordnungskräften und einer Gruppe junger Leute.

Wie die Pressestelle berichtete, befanden sich ab 21.30 Uhr am Samstag etwa 150 Personen, aufgeteilt in verschiedene Gruppen, in der Grünanlage. Die zum Teil grölenden und stark alkoholisierten jungen Leute seien ab 22 Uhr von den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes, den die Stadt Velbert engagiert hat, zum Verlassen des Parks aufgefordert worden.

Eine etwa 50-köpfige Gruppe habe darauf besonders uneinsichtig reagiert und zunächst diskutiert, dann randaliert. Die Sicherheitsleute riefen deshalb die Polizei zu Hilfe, die diesmal mit starken Kräften - unter anderem der sogenannten Einsatzunterstützung inklusive Diensthund - in den Herminghauspark ausrückte.

Doch auch das beeindruckte die Randalierer offenbar wenig: Die Beamten seien angegriffen, sogar gezielt mit einer Bierflasche beworfen worden, so Polizeisprecher Ulrich Löhe. Als daraufhin ein 20-jähriger Wülfrather festgenommen wurde, habe ein 25-jähriger Velberter versucht, ihn zu befreien.

Daraufhin sei, wie mehrfach angedroht, der Polizeihund zum Einsatz gekommen. Dabei sei der mit 1,9 Promille alkoholisierte Velberter leicht am Oberarm verletzt worden. Er wurde zur ambulanten Behandlung ins Klinikum gebracht.

Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren wegen Widerstands gegen Beamte, Körperverletzung und versuchter Gefangenenbefreiung ein. Außerdem erstattete die Stadt Anzeigen wegen Ruhestörung und Vermüllung der Grünanlage.

Doch auch der 25-jährige Velberter und andere Beschuldigte hätten Anzeige wegen der Bissverletzung erstattet und Beschwerde gegen den "unangemessenen Polizeieinsatz" geführt, berichtete Löhe. Die Anzeigen würden an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

"Ich gebe zu, dass der Einsatz nach den Vorkommnissen der vergangenen Wochenenden auch unter dem Motto stand: Wir zeigen Flagge, Straftaten werden nicht toleriert", sagte Löhe.

Aus Sicht der Polizei sei das Vorgehen "konsequent, aber nicht übertrieben hart" gewesen: "Da ist teilweise eine Klientel dabei, die es gar nicht mehr interessiert, was die Polizei sagt. Da fehlt jeder Respekt. Und im besoffenen Kopf meinen dann einige, das Recht in die eigene Hand nehmen zu dürfen."

In Gesprächen hätten die Betroffenen die von den Ordnungskräften und der Polizei erhobenen Vorwürfe sogar teilweise eingeräumt. "Trotzdem zeigte man sich mit dem Vorgehen der Polizei nicht einverstanden."

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