Velbert: Brückenschlag fürs Rad

Velbert: Brückenschlag fürs Rad

Bahntrasse: Mit Heiligenhaus und Wülfrath spekuliert Velbert auf Landesmittel für einen Radweg auf der alten Bahntrasse.

Velbert. Mit einer gemeinsamen Resolution der Städte Velbert, Wülfrath und Heiligenhaus soll der Bau eines Radweges auf der Trasse der Niederbergbahn forciert werden. Eine entsprechende Empfehlung an den Stadtrat sprach jetzt der Verwaltungsrat der Technischen Betriebe (TBV) aus.

Mit dem gemeinsamen Vorgehen der niederbergischen Kommunen sollen die Chancen erhöht werden, Fördermittel aus der Landesinitiative "Alleenradwege NRW" zu erhalten. Bisher hatte die Bezirksregierung eine Förderung mit der Begründung abgelehnt, dass Fördergelder für den Radweg verschwendet wären, wenn die Bahnstrecke als "Circle Line" eines Tages doch wieder reaktiviert würde. Aus niederbergischer Sicht wäre der Radweg indessen ein Beitrag zur Sicherung der Trasse und nicht zuletzt der Brückenbauwerke, die so vor dem weiteren Verfall und einem später wahrscheinlich erheblich höheren Sanierungsaufwand bewahrt würden.

Zurzeit verhandele man mit der Bahnentwicklungsgesellschaft (BEG) über zwei Pakete von Bahnflächen - neben der Trasse der Niederbergbahn auch Areale in Neviges und Langenberg, berichtete TBV-Chef Ralph Güther. Knackpunkt auf der Velberter Strecke seien die fünf Brücken, die mit einem Kauf auf die Stadt übergingen, und die inzwischen unter die Lupe genommen wurden. Den Bedarf allein für substanzerhaltende Maßnahmen bezifferte Güther mit rund 1,5 Millionen Euro: "Das wird mit der BEG zu verhandeln sein."

Da jedoch nicht nur die Errichtung des Radwegs, sondern auch Grunderwerb und Instandhaltung der Bauwerke unter das Förderprogramm fallen, könnten 75 Prozent des Projektes mit Landesmitteln finanziert werden. Gearbeitet werde daher auch an einer Klausel, nach der der Vertrag mit der Bahn-Tochtergesellschaft nur zum Tragen kommt, wenn die beantragten Fördermittel tatsächlich fließen. Den Grundstein soll dafür die gemeinsame Resolution legen. Die entsprechenden Anträge sollen gemeinsam mit den beiden Nachbarstädten bis Ende Mai gestellt werden.

Länge In Velbert könnte der Radweg auf der alten Bahntrasse etwa neun Kilometer lang werden, in Wülfrath 7,7 und in Heiligenhaus acht Kilometer.

Resolution Mit einer gemeinsamen Resolution wollen sich die drei Städte beim Land um Fördermittel aus der Initiative Landesinitiative "Alleenradwege NRW" bewerben.

Vorbilder In NRW gibt es bereits Rad- und Fußwege auf 108 ehemaligen Schienenstrecken, unter anderem in Solingen die Korkenziehertrasse. In Wuppertal setzt sich die Wuppertalbewegung für die Nordbahntrasse ein.

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