Umfrage des BV Wülfrath soll in Bürgerbegehren münden

Umfrage des BV Wülfrath soll in Bürgerbegehren münden

Die schlechte Busanbindung an den Bahnhof Aprath soll endlich verbessert werden. Bürgermeisterin kündigt Gespräche an.

Wülfrath. Götz-Reinhard Lederer (BUND) befasst sich mit der unglücklichen Busverbindung zum Bahnhof Aprath seit es diesen gibt, mehr als 15 Jahre also. Die Linie S 9, mit der Passagiere schnell Richtung Wuppertal oder Essen fahren können, steuert alle 20 Minuten diese Haltestelle an — die Buslinie 601 aus Wülfrath nur einmal pro Stunde. „Ich habe von Anfang an vorgeschlagen, dies zu ändern“, sagte Götz-Reinhard Lederer im Gespräch mit der WZ.

Er ist unter anderem Mitglied des Bürgervereins Wülfrath und dieser unternimmt gerade einen neuen Anlauf, die Busverbindung bahnpassagierfreundlicher zu gestalten. Die seit knapp zwei Wochen laufende Umfrage zur Anbindung an die S-Bahnline 9 in Aprath (die WZ berichtete) soll in ein Bürgerbegehren münden und hat natürlich Stimmen von betroffenen Bürgern zu Tage gebracht.

„Das wird aber auch Zeit! Ich bin dabei“, schrieb eine Frau dem Bürgerverein Wülfrath. Ein Mann wiederum wies darauf hin, dass die Aufzüge in Betrieb sein müssten, damit auch Rollstuhlfahrer die Linie nutzen können. Die Barrierefreiheit müsse sichergestellt werden, so der Mann weiter.

Claudia Panke, Bürgermeisterin

Ein weiterer Mann fragte, ob es bei der Planung des gerade im Bau befindlichen Haltepunktes Hahnenfurt-Düssel nicht sinnvoll gewesen wäre, diesen so zu bauen, dass sowohl die S 28 als auch die S 9 dort halten könnten. Dort sei die Anbindung an den Busverkehr deutlich besser. Eine Studentin, die die Universität in Essen besucht, unterstützt die Initiative des Bürgervereins, weil sie sich kein Auto leisten kann und auf den ÖPNV angewiesen ist.

„Der Bedarf ist natürlich da“, sagte Götz-Reinhard Lederer angesichts der 12 800 Pendler in Wülfrath. Im Durchschnitt seien elf Prozent davon ÖPNV-Nutzer. Gut die Hälfte davon könnten von einer guten Anbindung über den Aprather Bahnhof profitieren, ist sich der BV Wülfrath sicher.

Das Beispiel Mettmann zeigt, wie ein attraktiver ÖPNV-Anschluss von der Straße auf die Schiene getaktet sein muss. Am Stadtwald erreichen gleich mehrere Buslinien die S 28 pünktlich. Ein Angebot, das viele Wülfrather, die in Düsseldorf arbeiten, zu schätzen wissen.

Dass es in Wülfrath immer noch keine bessere Anbindung gibt, liegt nach Meinung des Bürgervereins an der Stadt, die vor 15 Jahren auf einem kostenneutralen Ausbau bestanden habe. Kostenneutral wäre der aktuelle Vorstoß natürlich nicht — aber immerhin günstiger als die Berechnungen der Vergangenheit. Die Deutsche Bahn wird die Linie S 9 ab Dezember 2019 nur noch zweimal pro Stunde am Bahnhof Aprath halten lassen. „Entsprechend müsste die bestehende Busverbindung nur verdoppelt werden“, sagte Götz-Reinhard Lederer. Der Bürgerverein Wülfrath hat die Kosten auf rund 50 000 Euro taxiert.

Bürgermeisterin Claudia Panke räumte im Gespräch mit der WZ ein, der stündliche Takt der Buslinie 601 sei „ein bisschen wenig“. Sie betonte, dass die Stadt der Mobilität sehr positiv gegenüberstehe, gerade mit Blick auf den zunehmenden Individualverkehr. „Ich habe dieses Thema zu Beginn meiner ersten Amtszeit gepusht“, sagte Claudia Panke. Sie habe damals Gespräche mit dem Kreis und Verkehrsbetrieben geführt. Das Vorhaben sei schließlich an den Kosten gescheitert. Wülfrath hatte zu dieser Zeit ein Haushaltssicherungskonzept. „Finanziell war das nicht darstellbar“, versicherte die Bürgermeisterin. Nach WZ-Informationen handelte es sich damals um einen sechsstelligen Betrag.

Nun soll zunächst das Gespräch mit Bürgerverein und BUND gesucht werden. Der stellvertretende Bürgermeister, Wolfgang Preuß (SPD), hat sich bei der BV-Vorsitzenden Adelheid Heiden gemeldet. Gleichzeitig kündigte die Bürgermeisterin an, dass sich die Fachabteilung der Verwaltung des Themas annehmen werde. „Mobilität war und ist uns immer ein zentrales Anliegen“, versicherte Claudia Panke.