Sternsinger trotzen eisigen Temperaturen

Sternsinger trotzen eisigen Temperaturen

Die Kinder der Katholischen Kindertagesstätte St. Joseph baten am Samstag in der Wülfrather Innenstadt um Spenden von Passanten.

Wülfrath. Trotz eisiger Temperaturen wanderten die jungen Sternsinger der Katholischen Kindertagesstätte St. Joseph tapfer durch die Wülfrather Innenstadt, sangen Weihnachtslieder und sammelten Spenden für einen guten Zweck. Die Gruppe startete vom Marktplatz am Diek. Danach zogen die Sänger weiter Richtung Innenstadt. Dabei sahen die Kindergartenkinder selbst aus wie die Heiligen Könige — sie trugen Umhänge über ihren dicken Wintersachen, Kronen auf dem Kopf und Sterne um den Hals oder in der Hand.

„Die Kronen haben wir im Kindergarten selbstgebastelt. Wir durften sie mit unseren Lieblingsfarben anmalen und mit bunten Steinen oder Glitzer selbst bekleben“, erzählt ein kleiner Sternsinger. Mit dem Stern in der Hand ging es auf dem Marktplatz los mit dem Weihnachtsklassiker „Stern über Bethlehem“. Zunächst noch zögerlich, aber mit der Unterstützung der Erzieherinnen und Eltern sangen die Kleinen ihre Lieder, um die Spenden-Spardose zu füllen.

Das jährliche Sternsingen ist eine Tradition in der katholischen Kirche und geht auf die drei Weisen aus der Bibel zurück, die bekanntermaßen drei Gaben zur Geburt Jesu Christi überbrachten: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Aus den Sterndeutern wurden im Laufe der Jahrhunderte die Könige mit den Namen Caspar, Melchior und Balthasar.

Traditionell werden die Sternsinger von der Gemeinde ausgesandt und ziehen von Haus zu Haus. Den Menschen, die die Tür öffnen, singen sie Lieder oder sprechen ein Gebet oder Gedicht. Dann schreiben sie an die Türen mit Kreide den Segen C+M+B mit der jeweiligen Jahreszahl. In Deutschland wird von den veranstaltenden Organisationen die Schreibweise „20*C+M+B+17“ für dieses Jahr 2017 verwendet. Der Stern steht für den besungenen Stern von Bethlehem und die drei Kreuze für die heilige Dreifaltigkeit. Die Bedeutung der Buchstaben C, M und B ist eine Abkürzung der Worte „Christus mansionem benedicat“, was so viel bedeutet wie „Christus segne dieses Haus“. Auch wenn die kleinen Wülfrather Sternsinger nicht um die Häuser gezogen sind und die Türen mit Kreide beschrieben haben, so hatten die Erzieherinnen immerhin ein Schild mit der Segensbitte dabei.

Aufgrund der Minusgrade und des Schnees wagten sich nicht viele Leute aus dem Haus in die Fußgängerzone, um den Liedern der Kinder zu lauschen. Nur vereinzelte Marktbesucher begegneten den Sternsingern. Dementsprechend klein fiel der Spendenbetrag aus — die Dose blieb leerer als erhofft. „Ich dachte, dass sich mehr Leute für die Kinder begeistern würden. Immerhin ist das Sternsingen Tradition. Auch wenn man nicht gläubig ist, finde ich es trotzdem schön, den Kindern zu zuhören. Die Lieder, die gesungen werden, kennt ja normalerweise auch jeder. Schade, dass so wenig los war, aber ich hoffe, den Kindern hat es trotzdem gefallen“, so eine Mutter. Eine Wülfrather Bürgerin, die anonym bleiben möchte, hört sich seit vielen Jahren gerne die Sternsinger an: „Ich bin extra dafür heute aus dem Haus. In meiner Jugend sind wir noch um die Häuser gezogen, aber heute macht das ja keiner mehr. Ich finde es trotzdem jedes Jahr schön, wenn gesungen wird.“