Stadtwerke stellen sich neu auf

Der kommunale Anteil am Unternehmen ist zum 1. Januar 2018 auf fast 70 Prozent gestiegen. Innogy hält jetzt nur noch etwa 30 Prozent.

Velbert. Nach rund einem Jahr andauernden Verhandlungen konnten sich die Stadtwerke Velbert GmbH zum Ende von 2017 über erfolgreiche Vertragsabschlüsse freuen. Folgende unternehmensstrategische Weichenstellungen sind von den Aufsichtsratsgremien der Stadttochter und der Beteiligungsverwaltungsgesellschaft der Stadt (BVG) gestellt worden und wurden am 19. Dezember vom Stadtrat bestätigt: der Rückkauf von bisher von Innogy gehaltenen Stadtwerke-Anteilen durch die Beteiligungsverwaltungsgesellschaft. Gleichzeitig wurde die Fortsetzung des Dienstleistungsvertrages mit der RWE-Tochter Innogy vereinbart.

Die hielt bis zum 31. Dezember 2017 noch 49,9 Prozent der Anteile der Stadtwerke Velbert GmbH. Seit 1. Januar hat sich dieser Anteil auf 30,4 Prozent reduziert, da 19,5 Prozent an die BVG verkauft wurden. Neben ihr ist der weitere kommunale Anteilseigener — wie bisher mit 50,1 Prozent — die Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Velbert GmbH (VVH). Somit befinden sich seit Jahresbeginn 2018 69,6 Prozent der Stadtwerke in kommunaler Hand. „Mit diesem Schritt stärken wir die kommunale Anteilseignerseite. Dies tun wir nicht zuletzt auch deshalb, um durch die Erhöhung des Ergebnisanteils aus der Versorgungssparte defizitäre Bereiche wie Bäder oder Verkehr besser tragen zu können. Denn dies sind für uns zentrale Elemente, die Velbert lebenswert machen“, erklärt Bürgermeister Dirk Lukrafka (CDU), zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke.

Stefan Freitag, Geschäftsführer der Stadtwerke Velbert

Bernd Böddeling, Bereichsvorstand Kommunen/Beteiligungen von Innogy, ergänzt: „Auch nach Reduzierung unseres Anteils wird Innogy als zuverlässiger Partner die Stadtwerke in ihrer Entwicklung zum zukunftsfähigen Versorger tatkräftig unterstützen und so einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit leisten.“ Der schon seit gut fünf Jahren bestehende Vertrag mit Innogy bezüglich Dienstleistungen wie beispielsweise Verbrauchsabrechnungen, Netzentgeltabrechnungen oder IT-Prozesse wird auch für die kommenden drei Jahre fortgesetzt. Im Mittelpunkt der Verhandlungen gestanden habe von Seiten der Stadtwerke die Verbesserung der Dienstleistungsqualität, die Erzielung von Kosteneinsparungen und die Umsetzung der umfangreichen gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen in den kommenden Jahren in den betroffenen Bereichen.

„Mit Innogy haben wir in einem immer komplexeren Energiemarkt damit weiterhin einen starken Partner an unserer Seite“, sagt Stefan Freitag. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Velbert begrüßt die neuen Entwicklungen. „Mit einer zukunftssicheren Infrastruktur leisten wir täglich einen maßgeblichen Beitrag zur Lebensqualität und Versorgung in Velbert und in der Region. Die getätigten Beschlüsse untermauern unsere strategische Neuausrichtung. Deswegen freuen wir uns umso mehr, dass wir die Verhandlungen mit unseren Partnern positiv abschließen konnten“, fasst Freitag zusammen. HBA