Ratingen: Warten auf „Christkinder“

Ratingen: Warten auf „Christkinder“

Geburt: Fast 20 Kinder sind in diesem Jahr für den 24. Dezember ausgezählt. Das Krankenhaus ist auf die Festtage besonders eingerichtet.

Ratingen. Der 24. Dezember, ein ganz besonderer Tag im Jahr: Die Familie kommt zusammen, Geschenke werden ausgepackt, das Beisammensein genossen. Ein besonderes Datum auch für die Hebammen auf der Neugeborenenstation im St. Marien Krankenhaus: An die zwanzig Kinder sind im Krankenhaus in diesem Jahr für den 24. Dezember ausgezählt, doch pünktlich zum Entbindungstermin erblicken die wenigsten das Licht der Welt. Auch Wunschkaiserschnitte sind an diesem Tag möglich, jedoch eher eine Seltenheit: "Die Wünsche unserer Patientinnen sind uns wichtig und natürlich führen wir auch einen Kaiserschnitt an Heiligabend durch, wenn dies dem ausdrücklichen Wunsch der Eltern entspricht", erklärt Pflegedirektorin Anne Seeger.

Auch für die Hebammen ist die Ankunft eines "Christkindes" immer wieder etwas ganz Ungewöhnliches: "Die Kleinen werden von uns natürlich dann besonders bestaunt und betüddelt - es ist ja schließlich Heiligabend", erzählt Hebamme Monika Jörgenshaus, während sie die kleine Lana liebevoll auf dem Arm hält. Lana hat das magische Datum knapp verpasst: Sie wurde bereits am 21.Dezember geboren.

Doch auch sie wird ihr Leben lang Geburtstag und Weihnachten kurz hintereinander feiern dürfen. Doch das ist Viktoria Thun, der glücklichen Mutter von Lana im Moment nicht wichtig: "Hauptsache, sie ist endlich bei uns", sagt die strahlende Mutter. Mutter und Tochter werden noch bis Heiligabend im Krankenhaus bleiben - die familiäre Stimmung gefällt Viktoria Thun besonders gut. Die Station ist festlich geschmückt: ein Weihnachtsbaum und Goldsterne an den Wänden verbreiten eine weihnachtliche Stimmung, sobald man die Station betritt.

Eine familiäre Atmosphäre ist natürlich am Weihnachtsabend besonders wichtig - würde man diesen Abend doch sonst zu Hause unter dem Weihnachtsbaum verbringen: "Bei jeder Patientin wird ein kleines Kerzchen aufgestellt. Eine kleine Überraschung erhalten die frisch gebackenen Eltern natürlich auch von uns", sagt Monika Jörgenshaus lächelnd.

Auch das Zusammenkommen der ganzen Familie ist möglich und durchaus erwünscht: "Gerade wenn es das erste Enkelkind ist, kommen die Großeltern gerne so schnell wie möglich ins Krankenhaus", so die Hebamme.

Auch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus findet spätestens zu Beginn des darauf folgenden Jahres ein Zusammenkommen der Eltern mit ihren Kindern statt. Eine Tradition, die Pflegedirektorin Seeger 2005 eingeführt hat: "Wir schmücken einen Baum mit den Namen der Kinder, die in einem Jahr geboren wurden. Für alle im Jahr 2009 im St. Marien-Krankenhaus geborenen Kinder haben die Schwestern bunte Fische aus Pappe ausgeschnitten und mit Namen und Geburtsdatum der Kinder beschriftet."

Die Fische sollen am 11.Januar mit einem kleinen Geschenk in einer Feierstunde den Eltern der Kinder als Erinnerung an die Geburt überreicht werden. Ob dort dann auch Eltern von "Christkindern" einen Fisch bekommen? Das steht momentan noch in den Sternen. Die Chancen sind aber nicht schlecht.