Ratingen: 13 Solisten und ein Orchester

Ratingen: 13 Solisten und ein Orchester

Sommerserenade mit seltenen Stücken und Besetzungen.

Ratingen. "Wunderschön, ganz toll!" Irmgard Trimborn, Witwe des verstorbenen Ehrenbürgers und Mäzens, schwärmte in den höchsten Tönen über die Sommerserenade, die dem städtischen Jugendsinfonieorchester am Sonntagabend einen völlig überfüllten Trimborn-Saal bescherte.

Kein Wunder: Hatte doch Orchesterchef Uwe F. Nehring tief in die musikalische Schatzkiste gegriffen und etliche Raritäten aufs Programm gesetzt. Zudem kamen bei jedem der vier Stücke Solisten zum Einsatz - fast alle "Eigengewächse" der Musikschule. Für das Jugendsinfonieorchester war es eine besondere Herausforderung, das klangliche Rückgrat für Stücke zu bilden, die verschiedener nicht sein konnten.

Barocke Klangpracht zum Auftakt: Mit Vivaldis h-moll-Konzert für vier Violinen präsentierte sich die geigerische Crème der Musikschule überzeugend. Der duftig daherkommende Klang und das lockere Wechseln der Stimmen verschleierte die Schwierigkeit des Werkes, das jede noch so kleine Ungenauigkeit gnadenlos hörbar gemacht hätte. Die vier jungen Solisten meisterten diese Herausforderungen gekonnt.

Mit Haydns Klavierkonzert Nr.2 gab Jessica Napieralski am Flügel ihr Debüt. Das Werk, das vor allem im Adagio-Satz wunderschöne Momente aufweist, hätte allerdings manchmal etwas zupackender angegangen werden können. Die junge Pianistin musste sich immer wieder gegen ein Orchester durchsetzen, das zu oft im Forte schwelgte.

Unbestritten der "Kracher" der Sommerserenade war das Concerto Piccolo für Jazzsextett (das nur ein Quartett war) und Streicher von Rainer-Glen Buschhausen. Da kontrastierten reizvoll grovender E-Bass, Gitarre, kleines Schlagzeug und eine "swingende" Trompete mit sattem Streichersound. Der Wechsel der Klangfarben und die treibenden Rhythmen begeisterten nicht nur die Zuhörer, auch die Ausführenden hatten sichtlich Spaß an diesem musikalischen Grenzgang.

Beim Schlussstück, Mozarts Sinfonia concertante für Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, standen zu Recht die Solisten im Mittelpunkt, die neben einer brillanten Beherrschung ihrer Instrumente auch im musikalischen Ausdruck restlos überzeugten. Mit diesem Serenadenkonzert hat die Musikschule beste Werbung gemacht - für sich selbst.