Nevigeser Franziskaner von Finanzproblemen unberührt

Nevigeser Franziskaner von Finanzproblemen unberührt

Die Generalleitung des Ordens spricht von „beträchtlichen Schulden“.

Neviges. Es waren verstörende Nachrichten, die am Freitag durch die Medien gingen: Der Franziskanerorden soll wegen dubioser Finanzgeschäfte vor der Pleite stehen. Gerüchte und Fragen machten auch in Neviges die Runde, wo die Franziskaner seit über 330 Jahren beheimatet sind, Wallfahrt und Gemeinde betreuen.

Foto: Simone Bahrmann

Tatsächlich befinde sich die Generalleitung des Ordens in Rom in schwerwiegenden finanziellen Schwierigkeiten, berichtete Bruder Frank Krampf, Wallfahrtsleiter und Nevigeser Pfarrer am Sonntag im Gespräch mit der WZ, betonte aber, dass der Standort Neviges davon wirtschaftlich vollkommen unberührt sei.

Der Generalminister des Ordens, Pater Michael Anthony Perry, hatte am 17. Dezember alle katholischen Ordensbrüder in einem offenen Brief über „schwere finanzielle Probleme mit einem beträchtlichen Betrag an Schulden“ informiert. Interne Ermittlungen hätten möglicherweise zweifelhafte Finanzoperationen ans Licht gebracht, die ohne Wissen der Ordensleitung getätigt wurden. Es seien staatliche Ermittlungsbehörden eingeschaltet worden.

Bruder Frank, der bei den deutschen Franziskanern Mitglied eines Gremiums zur Finanzberatung der Provinzleitung ist, erläuterte, dass der Orden sich weltweit in mehr als hundert lokale Provinzen gliedere, die finanziell selbstständig seien. Die Verwaltung des Geldes erfolge zum Beispiel in Deutschland nach klaren ethisch-ökologischen Anlagekriterien, die immer wieder aktualisiert würden. Die gesamten Finanzen unterlägen einer jährlichen externen Prüfung, weil die Provinz eine Körperschaft des öffentlichen Rechtes ist.

„Die Deutsche Franziskanerprovinz sowie ihre Klöster und Einrichtungen - und damit auch Neviges - sind von der Krise daher finanziell nicht betroffen“, hob Bruder Frank hervor. Das Kloster und die katholischen Kirchen in Neviges gehören der Kirchengemeinde und werden vom Erzbistum Köln getragen. Den Franziskanern gehört nur der Kreuzberg mit den Kreuzwegstationen. Als weltweite Solidargemeinschaft werde die Überwindung der finanziellen Schwierigkeiten aber eine Herausforderung für alle Provinzen sein.