Neviges: Das Schloss Hardenberg rückt symbolisch in die Ortsmitte

Neviges: Das Schloss Hardenberg rückt symbolisch in die Ortsmitte

Die Planung ist abgeschlossen, bis Mitte 2010 sollen der neue Platz mit dem Navigisa-Brunnen und der erste Teil der „Pilgerachse“ fertig sein.

Neviges. Die Planung ist abgeschlossen, jetzt geht es in die Bauphase: Die Neugestaltung des Brunnenplatzes an der unteren Elberfelder Straße sowie die Ausstattung mit Leitelementen, die die Achse Ortskern-Wallfahrtskirche-Schloss hervorheben und Informationen zu den Nevigeser Sehenswürdigkeiten liefern sollen, stehen vor der konkreten Umsetzung. Die WZ ließ sich jetzt von den am Projekt Beteiligten - Technische Betriebe (TBV), Verein Kinderstadt, Jubiläumsstiftung der Sparkasse, Bergischer Geschichtsverein, Arbeitsgemeinschaft Spielraum und der Künstler Reiner de Bruyckere - die Details erläutern.

Der im Durchmesser 5,50 Meter große Navigisa-Brunnen wird aus drei wasserführenden Elementen aus Granit aufgebaut. Darauf sitzt als Mittelelement eine Bronzeplatte von 2,90 Meter Durchmesser mit dem von de Bruyckere entworfenen, stilisierten Schloss Hardenberg samt Türmen und miteinander verknüpften Wasserwegen, in die Kinder später mittels Schleusen Wasser laufen lassen können. "Die gestalterischen Elemente werden gerade umgesetzt", berichtet Christiane Windgassen, Vorsitzende von Kinderstadt Neviges. "Die endgültige Ausführung ist sehr nahe am ersten Entwurf", bestätigt Reiner de Bruyckere. Zurzeit würden Angebote verschiedener Gießereien eingeholt: "Wir müssen jetzt eine Firma finden, die die mehrteilige Platte gießen kann."

Parallel zum Brunnenbau wird der Platz neu gestaltet. Nach Abriss des alten Brunnens erhält die rund 500 Quadratmeter umfassende Fläche eine neue Pflasterung aus farbigen Beton- und Granitsteinen. Im Boden eingelassen gibt es an der Ecke Elberfelder Straße und am Durchgang zum Busbahnhof zwei kleine, ebenerdige Brunnen, die über Wasserrinnen mit dem Navigisa-Brunnen verbunden sind und diesen speisen. Bäume und Bänke an den Hausseiten fassen das Areal ein, das dann, im Gegensatz zum jetzt recht zerklüfteten Erscheinungsbild, eine ebene, für Veranstaltungen nutzbare Fläche bietet.

Auch für die Leitelemente der "Pilgerachse" (für eine endgültige Bezeichnung soll es einen Namenswettbewerb geben) liegen inzwischen die abschließenden Entwürfe vor, berichtet Gisbert Böker. Sie sehen eine Säule mit einem Übersichtsplan der gesamten Achse und eine Tafel mit Informationen zum jeweiligen aktuellen Standort vor. Dazwischen befindet sich ein Rankgitter mit einem Rosenstrauch, mit dem der Bezug zum Rosenfenster der Wallfahrtskirche hergestellt wird. Die Ausführung lehnt sich stark an den ersten Entwurf an und wurde von der Nevigeser Firma Mediaclou ausgearbeitet. Als Material für Säule und Tafel ist Edelstahl vorgesehen. Für die Umsetzung wird eine Firma möglichst aus der Umgebung gesucht.

Die Texte der Infotafeln stellt der Bergische Geschichtsverein zusammen. Sie sollen auf hochwertige, widerstandsfähige Folie aufgetragen werden, die dann aufgeklebt wird. Die Elemente sollen grundsätzlich frei auf dem Boden stehen, könnten aber auch zum Beispiel an einer Hauswand angebracht sein. Um einiges größer soll das Hauptelement am Brunnenplatz ausfallen, dessen Infotafel nicht nur erheblich umfangreicher geplant ist, sondern auch die Silhouette von Neviges - Schloss, Mariendom und Stadtkirche - trägt.

Da für jedes Element rund 10.000 Euro veranschlagt werden, sollen in einem ersten Schritt fünf Elemente beschafft werden. Als Standorte sind der Brunnenplatz, Stadtkirche, Dom, Vorburg und Schloss angedacht. In einem zweiten Schritt sollen weitere Elemente aufgestellt werden, so dass von der Stadt bis zum Schloss eine Sichtverbindung zwischen den einzelnen Informationspunkten besteht.

Laut TBV-Geschäftsbereichsleiter Gisbert Böker stehen in den nächsten Wochen die Ausschreibungen auf der Agenda. Bis Ende des zweiten Quartals 2010 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Die Kosten für Brunnen und Platz werden mit rund 200.000Euro beziffert. "Wir übernehmen mit 150.000 Euro Brunnentechnik, Platzgestaltung und die Möblierung zum Beispiel mit Bänken", erläutert TBV-Mitarbeiter Arnd Sulimma. Für den Brunnen steuert der Kinderstadt-Verein 50.000 Euro bei, der dafür Mittel von der Barnhusen-Stiftung und über 40.000 Euro von der Jubiläumsstiftung der Sparkasse erhalten hat: "Man muss schon richtig was investieren, wenn es schön werden soll", sagt Stiftungsvorstand Hanno Polte. 50.000 Euro gibt die Stiftung auch für die Ausstattung der "Pilgerachse". Damit könnten im ersten Schritt zunächst fünf Leitelemente angeschafft werden.

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