Neue Gärtnerin für den Friedhof

Neue Gärtnerin für den Friedhof

Seit Anfang Januar kümmert sich die 39-jährige Melanie Vößing-Setzer um den evangelischen Friedhof. Im März eröffnet sie dort auch ein Blumengeschäft.

Wülfrath. Schon am Eingang zum evangelischen Friedhof sieht man erste Akzente, die Melanie Vößing-Setzer seit ihrem Dienstbeginn Anfang des Jahres gesetzt hat: Durch den grauen Januartag strahlen weiße und pinkfarbene Blüten. Daneben strahlt die neue Friedhofsgärtnerin selbst. Sie freue sich sehr, hier zu sein, sagt sie.

Im Beruf ist die 39-jährige Velberterin schon seit knapp 20 Jahren. Ihre Meisterprüfung hat sie 2015 abgelegt. Das Ziel war immer die Friedhofsgärtnerei. „Ich mag den Kontakt mit den Kunden hier“, sagt Vößing-Setzer. Der Wülfrather Friedhof an der Mittelstraße hat es ihr aber im Besonderen angetan. Gereizt hätte sie vor allem der alte Baumbestand und die mehr als 100 Jahre alte Struktur, die auch jetzt noch zu erkennen sei.

Trotzdem hat sie auch Pläne mit dem Friedhof. Zum einen will sie eben diese alte Struktur — die Art der Wegeführung und die Lage am Hügel — wieder deutlicher herausstellen. Außerdem möchte sie die Zusammenarbeit mit Steinmetzen intensivieren und wieder richtig handwerklich gearbeitete Stücke auf den Friedhof bringen, genauso wie mehr Blütenpracht. „Der Friedhof soll Ort der Hoffnung, aber auch Ort des Lebens sein“, pflichtet ihr Baukirchmeister Manfred Hoffmann bei.

Es soll Ecken der Ruhe geben aber auch wieder mehr Natur und Leben einziehen. Ersteres will die Gärtnerin erreichen, indem die Sitzgelegenheiten neu organisiert werden. So sollen Plätze entstehen, die einerseits offen sind, andererseits aber auch Privatsphäre bieten. Natur und Leben soll durch mehr Blüten entstehen, die auch Bienen und Schmetterlinge auf den Friedhof locken. In Projekten mit Kindern sollen zudem Nistkästen für Vögel gebaut werden.

Neben ihrer Arbeit auf dem Friedhof wird Melanie Vößing-Setzer bald auch wieder den Blumenladen am Eingang zur Ruhestätte unterhalten. Der soll kein reiner Friedhofsblumenladen sein. „Da findet man sicher auch eine Tischdekoration oder einen Geburtstagsstrauß“, sagt die Gärtnerin. Insgesamt wolle sie mit ihrem Mann, der auch hier arbeitet, ein hochwertiges und modernes Sortiment anbieten — preislich solle aber für jeden etwas dabei sein. Inspiration hole sich das Ehepaar von der Landesgartenschau, wo sie auch selbst ausstellten.

Wann genau es mit dem Blumengeschäft losgeht, ist noch nicht klar. „Auf jeden Fall im März“, sagt Melanie Vößing-Setzer. Im Moment stehen noch einige Renovierungsarbeiten in dem kleinen Gebäude an. Wenn die erledigt seien, könne man starten.

Dass es hier nun eine neue Kraft gebe, die den Friedhof in Form bringt, freue die evangelische Kirchengemeinde um Manfred Hoffmann. Immerhin wolle man sich auch den Bedürfnissen der Nutzer des Friedhofs anpassen. Kurz hinter dem Eingang hat Melanie Vößing-Setzer schon ein neues Urnenfeld angelegt. Wer hier einen Angehörigen bestatten lasse, müsse sich um die Pflege des Grabes keine Sorgen machen. „Das wird immer wieder gewünscht“, sagt der Baukirchmeister. Denn oftmals wohnten Familien nicht mehr so nah beisammen, Angehörige hätten weniger Zeit oder Gelegenheit, das Grab selbst zu pflegen und regelmäßig vorbeizukommen. Diesem Wandel wolle man auch in Wülfrath gerecht werden.

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