Medienwelt: Wenig Geld für neue Bücher

Medienwelt: Wenig Geld für neue Bücher

Nur 6000 Euro stehen pro Jahr zur Verfügung. Darum sinkt auch die Zahl der Ausleihen.

Wülfrath. Steigende Besucherzahlen, aber sinkende Ausleihen — mit dieser auseinanderlaufenden Entwicklung wartet die Wülfrather Medienwelt auf. Auch die Zahl der aktiven Entleiher ist rückläufig. Die Ursache liegt für Bücherei-Leiterin Ina Reßler auf der Hand: „Die wenigen Neuanschaffungen sind für Vielleser unzureichend.“

Im Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit hatte Reßler eine Situation beschrieben, die symptomatisch ist: Immer wieder kommt eine Wülfratherin in die Medienwelt und verlässt sie regelmäßig ohne Buch, weil ihr nichts Neues geboten werden kann. 6000 Euro stehen im Jahr für neue Medien zur Verfügung. Mehr als das doppelte wäre nötig.

Die Medienwelt stopft die Lücke durch die Buchpatenaktion, die in dieser Woche startet. Mit dem Förderverein der Stadtbücherei werden Spender gesucht. Bei der Buchhandlung Rüger befindet sich eine Buchwunschliste. Vor Ort trifft der Buchpate dann seine Wahl, und die Wülfrather Medienwelt erhält die Titel von der Buchhandlung Rüger.

Insgesamt hatte die Medienwelt im vergangenen Jahr 48 218 Besucher — 3500 mehr als 2011. 1349 aktive Entleiher wurden geführt, fast 1800 waren es noch zwei Jahre zuvor. Damals wurden 279 Neuanmeldungen notiert, 2013 waren es 197.

Die Zahl der Ausleihen sank seit 2011 von mehr als 76 000 auf 63 875 in 2013. Laut Reßler sind von diesem Sinkflug speziell die Buchausleihen betroffen: „Besonders stark zeichnen sich die Einbrüche in den Bereichen Sachliteratur und Belletristik ab.“

Beim Werben um neue Leser setzt Reßler verstärkt auf kleine Kinder. Nicht nur Grundschulklassen werden durch die Medienwelt geführt, sondern auch Kindergartengruppen. Erstklässler erhalten zum Schulstart einen kostenlosen Leseausweis für die Schultüte — mit wechselhaftem Erfolg. Von rund 160 Erstklässlern haben 2013 nur 39 Kinder den Gutschein eingesetzt.