Lintorf: Ein wassersparender Großputz

Lintorf: Ein wassersparender Großputz

Das Allwetterbad ist für zwölf Tage zur Reinigung geschlossen. Doch das Wasser wurde nicht abgelassen, sondern ausgelagert. Das spare nicht nur jede Menge Wasser, sondern auch Energie, um das kühle Nass wieder auf Temperatur zu bringen.

Lintorf. Kaum hatte der letzte Badegast am Sonntagabend das Schwimmbecken im Allwetterbad verlassen, zog Christian Weber den Stöpsel raus und ließ das Wasser ab - sinnbildlich. Inzwischen sind die silbern glänzenden Stahlwannen des großen Sportbeckens, des Freizeitbereiches und des Kinderbeckens leer: Im Lintorfer Allwetterbad ist Frühjahrsputz angesagt.

Die 560 Kubikmeter Wasser aus dem Sportbecken - sie reichen für gut 3000 Badewannen - ließ Weber aber nicht wie früher einfach in die Kanalisation rauschen, sondern pumpte sie ins zuvor gereinigte Freibadbecken.

"Das ist sauberes, aufbereitetes und warmes Wasser - viel zu schade fürs Abwasser", erklärte Weber. Das spare nicht nur jede Menge Wasser, sondern auch Energie, um das kühle Nass wieder auf Temperatur zu bringen. Wenn die Hallenbecken gründlich gereinigt sind, wird die Hälfte des Wassers aus dem Freibad zurückgepumpt, der Rest mit Frischwasser aufgefüllt.

Zwölf Tage lang ist das Lintorfer Bad für den Frühjahrsputz geschlossen - nicht zuletzt wegen der zeitintensiven und aufwändigen Arbeiten. Denn während bei den routinemäßigen Reinigungen ein vollautomatischer Beckenbodenreiniger regelmäßig den Stahlboden abfährt, ist jetzt Handarbeit mit Hochdruckreiniger und Schrubber gefragt.

Quadratmeter für Quadratmeter werden die Stahlwände und -böden gründlich gesäubert. Dass dies nötig ist, zeigt Christian Weber am Beckenrand im Freizeitbereich: In Höhe der Wasseroberfläche zieht sich ein breiter dunkler Rand entlang. "Der kommt von den Flugzeugen, wir sind hier ja in der Einflugschneise", ist Webers Erklärung.

Ohne Wasser im Becken kann man auch den Rostflecken zu Leibe rücken, die verlorene Haarklammern und andere Metallteile auf dem Stahlboden hinterlassen haben. Außerdem werden defekte Stellen sichtbar, die sonst verborgen geblieben wären.

Zum Arbeitspensum gehören noch die Kontrolle und gegebenenfalls Reparatur der Unterwasserscheinwerfer, die Reinigung der Einströmdüsen, Überlaufkanäle und Abläufe - vor dieser Aufgabe ekelt es manchen wegen der Haare, Pflaster und Hinterlassenschaften aus Kinderwindeln. "Sie muss aber gemacht werden", sagt Weber und lacht.

In den Umkleiden, Duschen und am Beckenrand müssen alle Silikonfugen sowie defekte Fliesen erneuert werden und da am 1.April auch das Freibad öffnet, wird der ganze Außenbereich gleich mit überholt.

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