Kunst auf Doppelreifen

Aktion: Ratinger Künstler-Quartett gestaltet einen Rheinbahnbus, der für die Bäder der Stadtwerke ein Jahr lang Reklame fährt.

Ratingen. Dass Busse mit großflächigen Werbebotschaften verziert sind, ist längst nichts Ungewöhnliches mehr. Doch der Rheinbahnbus, der ab Mittwoch ein Jahr lang seine Runden durch Ratingen dreht, sticht deutlich aus der Masse heraus: Ihn zieren Feuersalamander in lodernden Flammen, tollende Delphine und Seepferdchen und stilisierte Figuren in knallig bunten Farben. Feuer, Wasser, Luft und Erde - die vier Elemente werden hier dargestellt, und dazwischen prangt das Logo der Ratinger Stadtwerke, für deren Bäderbetriebe der auffällige Kunstbus nun werben soll.

Gestaltet wurde er jedoch nicht von professionellen Werbegrafikern und cleveren Produktmanagern sondern von vier bildenden Künstlern aus Ratingen. Es handelt sich dabei mit Lu Possehl, Andrea Lenzing, Johannes Lenhart und Roswitha Riebe-Beicht um bekannte Gesichter der hiesigen Kunstszene. Gemeinsam betreiben die Vier die "Künstlerloge", eine sozusagen öffentliche Galerie in der alten Pförtnerloge des ehemaligen Calor-Emag-Gebäudes am Röntgenring.

Bei der Suche nach Sponsoren für dieses Projekt stieß man bei den Stadtwerken auf offene Ohren. Die Idee: Die Künstler entwickeln und realisieren ein Aufsehen erregendes Kunstprojekt als Imagekampagne für die Stadtwerke und bekommen dafür ein großzügiges Honorar, das wiederum in die Arbeit der Künstlerloge fließt. Dieser "Kunstgriff" zeigt, wie Wirtschaft, Kultur und öffentliches Leben ineinander greifen können. Bei der Präsentation zeigten sich gestern denn auch beide Seiten hochzufrieden. "Wir Künstler waren überrascht, wie gut sich unsere Gestaltungsweisen auf einem Bus verbinden ließen", erklärte Lenhart als Sprecher der Künstler. Und Stadtwerke-Chef Friedrich Schnadt schmunzelte darüber, dass die heimische Kunstszene so über die Stadtgrenze hinaus bekannt würde: "Der Bus fährt nämlich auch nach Düssedorf!" mac

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