Kinderweihnachtsmarkt mäßig besucht

Kinderweihnachtsmarkt mäßig besucht

Organisatoren und Standbetreiber hätten sich mehr Besucher gewünscht. Bei einer Neuauflage soll einiges anders werden.

Neviges. Zweimal schlägt Rosemarie Schweng die Glocke an, langsam und dann immer schneller dreht sich das Kinderkarussell vor Gassmann. Passend zum lauten Glockenklang tönt aus den Lautsprechern ganz lieblich „Kling Glöckchen, kling.“ Auf den kleinen Pferden, Ziegen und Schweinchen, die alle Weihnachtsmannmützen trugen, saßen die Kinder mit strahlenden Augen. Das Karussell war eine der Attraktionen des ersten Kinderweihnachtsmarktes in Neviges, der aber viel mehr zu bieten hatte.

„Wir waren vorher im Kasperle-Theater, das hat die Kinder mitgerissen“, freute sich Alexandra Baric aus Velbert, die diesen Weihnachtsmarkt speziell für Kinder toll fand. Ihre Tochter schloss sich an: „Das Theater hat mir am besten gefallen und dann der Stand mit den Crêpes“, schwärmte die fünfjährige Clara, die mit Schwester Lea nach dem Karussell fahren unbedingt Stockbrot backen möchte. „Super gut“ hat Heike Blotenberg das Angebot gefallen. „Toll, dass was für die Kinder getan wird“, freute sich die Langenbergerin, die mit ihren Enkelinnen unterwegs war und denen hatte ebenfalls das Puppentheater im Gemeindehaus sehr gut gefallen.

Angelika Seelbach konnte allerdings ihre Enttäuschung nicht verbergen: „Das Angebot ist sehr übersichtlich. Ich hätte mir den einen oder anderen Stand zum Stöbern gewünscht, etwas mit Textilien und Spielzeug hätte sich gut gemacht.“ Socken und anderes Selbstgestricktes sowie Plätzchen gab es bei Monika Schlinghoff, die „Made in Neviges“ zugunsten der Rumänienhilfe anbot. „Ich bin mit dem Zuspruch sehr zufrieden.“ Weniger zufrieden zeigt sich Stefan Augst, der an der Kirche Champignons in der Pfanne brutzelte. „Der Nachmittag war echt mau, ich hoffe, der Abend wird besser.“

Helmut Wulfhorst, der umtriebige Organisator des Kinderweihnachtsmarktes, war am Samstag mit dem Besucheraufkommen gar nicht zufrieden. „Dafür, dass wir so viel getrommelt haben, sind zu wenig Leute gekommen, bei dem Aufwand hatte ich mehr erwartet“, räumt der stellvertretende Vorsitzende der Werbegemeinschaft ein. Gestern hellte sich seine Miene auf: „Heute ist es deutlich besser als am Samstag. Ich vermute, dass die Leute alle in der Stadt zum Einkaufen waren.“

„Wir hätten lieber Holzhütten gehabt, aber es fehlt einfach die Manpower, um die auf- und wieder abzubauen“, beschreibt Werbegemeinschaftsvorsitzender Thomas Bellers die Situation. Die „50 Nevigeser“ halfen aus und schafften zehn grüne Zelte an, die ganz schnell und einfach aufgebaut werden konnten.

Jetzt wird man aus den Fehlern der Premiere lernen. „Kirchplatz und Elberfelder Straße, das ist alles zu weit auseinander gezogen, man muss überlegen, ob man das Karussell woanders aufstellen kann“, übt Bellers Manöverkritik. Dafür blieb am Samstagabend allerdings nicht viel Zeit. Nachdem Dietgard Reith von der evangelischen Kirchengemeinde mit den Kindern gesungen hatte und eine Geschichte über die Zwiesprache der Tiere an der Krippe vorgetragen hatte, erschien der Nikolaus.

Der Kinderfreund hatte einen so großen Zuspruch, dass sich der Gabensack schneller leerte als gedacht - Thomas Bellers sorgte im Handumdrehen für Nachschub, so dass jedes Kind bedacht werden konnte.

Mehr von Westdeutsche Zeitung