Gefährliche Begegnungen

Durch den neuen Radweg wollen viele Radler in Höhe des früheren Bahnhofs die viel befahrene Tangente überqueren. Einen sicheren Überweg gibt es nicht.

Wülfrath. Wie kann der Weg von der Tangente Mettmanner Straße zum Panoramaradweg im Bereich des früheren Bahnhofs sicherer werden? Mit dieser Frage werden sich am kommenden Montag Ordnungsamt und Polizei befassen. Das bestätigte Polizeihauptkommissar Ulrich Kessler auf WZ-Nachfrage. Die Wülfrather Gruppe (WG) hatte in einem Schreiben an die Bürgermeisterin die Stadt aufgefordert, sich der Anbindung des Radwegs an die Stadtmitte anzunehmen.

Die WG-Fraktion hatte beklagt, dass der Übergang über die Landstraße 403 (Mettmanner Straße) aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens und der Fahrbahnbreite „extrem gefährlich“ sei. Tatsächlich kann mehrmals am Tag beobachtet werden, wie sich einzelne Radfahrer, aber auch größere Gruppen vorsichtig Fahrspur für Fahrspur über die Landstraße bewegen. Nicht selten ist es aber auch der Fall, dass in der Manier eines Schutzpolizisten ein Radfahrer durch klare Gesten die Fahrbahnen kurzerhand sperrt, um einen Radler-Treck über die Straße zu lassen.

Wülfraths Polizeichef Kessler sagt, dass diese Straßeneinmündnung Mettmanner Straße/Bahnhofstraße bisher nicht als Problemfall bekannt sei. „Das heißt aber nur, dass es dort noch keine Unfälle mit Radfahrern gegeben hat“, so Kessler. Offenbar funktioniere das Miteinander von Auto- und Radfahrern sowie Fußgängern. Gleichwohl müsse man feststellen, dass die Verkehrssituation alles andere als ideal sei. „Und deswegen werden wir über das Thema auch mit der Stadt am kommenden Montag sprechen.“

Die WG fordert, dass die Verwaltung „schnellstens geeignete bauliche oder verkehrliche Maßnahmen veranlasst“. Eine Mittelinsel auf der Linksabbiegespur in Fahrtrichtung Hammerstein könne eine Lösung sein.

Zurückhaltend reagiert Ordnungsamtsleiter Reinhard Schneider auf das Thema. Noch habe er sich damit nicht befasst. Zuerst müsse man festhalten, dass bei aller berechtigten Freude über den erwartet guten Zuspruch für den Radweg „auch die Radfahrer sich an die Straßenverkehrsordnung halten müssen“. Der Panoramaradweg räume ihnen keine Privilegierung ein. Die Mettmanner Straße falle als Landstraße zudem in die Zuständigkeit von Straßen NRW. Zu dieser Behörde werde er Kontakt aufnehmen. „Auch andere sind an den Gesprächen zu beteiligen, wie die Polizei.“

Bürgermeisterin Claudia Panke räumt auf Nachfrage ein, dass die Verkehrssituation „an dieser Stelle der Tangente uns beschäftigen muss. Natürlich wäre ein Kreisverkehr wünschenswert. Dafür haben aber weder Land noch Stadt das Geld“.

Mehr von Westdeutsche Zeitung