CDU-Chef spricht von Personalabbau bei der Stadt

CDU-Chef spricht von Personalabbau bei der Stadt

Andreas Seidler benennt als große Themen 2015 die Schulden der Stadt, den Zeittunnel und Rohdenhaus.

Wülfrath. Wichtige Themen für 2015? Wer CDU-Chef Andreas Seidler fragt, bekommt eine klare Antwort: „In diesem Jahr wird sich entscheiden, ob der Zeittunnel schließen muss oder nicht“, sagt der 47-jährige Lokalpolitiker, der erst im Dezember als neuer CDU-Vorsitzender wiedergewählt worden ist.

Werden Geldgeber für den Weiterbetrieb des erdgeschichtlichen Museum gefunden oder bleibt die Stadt auf den Kosten sitzen? Das entscheidet sich bis zum Frühjahr. Es gebe Wege, dass der Landschaftsverband die Investitionskosten von 2,3 Millionen Euro mit 70 Prozent bezuschusst, doch die restlichen 30 Prozent könne die Stadt natürlich nicht alleine stemmen. Kreis, private Sponsoren: Seidler wartet auf Gesprächsergebnisse der Stadt mit den Akteuren.

Der Zeittunnel öffnet am 29. März. CDU und SPD aber drängen bei den Schließungsdiskussionen auf eine Betriebskostenermittlung seitens der Verwaltung. Das Stichwort langfristige Kostenverpflichtung beschäftigt beide Parteien. Fakt für Seidler ist auch: Das Neanderland wirbt an exponierter Stelle mit dem Zeittunnel. Das könne er sich beim Aus fürs Museum dann auch sparen. Doch Seidlers CDU hat ebenfalls im Blick, wie Wülfraths Verschuldung und der jährliche Zinsdienst abgebaut werden soll.

In den vergangenen fünf Jahren habe die Verwaltung zwar durch Sparen gute Arbeit geleistet. Vor allem Sachkosten seien enorm reduziert worden. Aber das habe sein Ende erreicht, Schulden ließen sich so nicht abbauen, sagte Seidler bereits Ende vergangenen Jahres. Dabei hat Seidler auch die Verwaltung im Blick. „Die Personalkosten können sich nicht so weiter entwickeln, wie sie das momentan tun.“ Letztlich müsse geprüft werden, wie sich mit weniger Mitarbeitern das gleiche Service-Niveau halten ließe. Personalabbau. Nach Meinung der CDU ließe sich bei zehn Produkten, beispielhaft der Bauhof, massiv umstrukturieren.

Das Bahnhofsareal, der weitere Umbau an der unteren Goethestraße hin zur Schillerstraße, es geht auch in diesem Jahr weiter mit der Innenstadtentwicklung. Die Bebauungspläne für Rohdenhaus sieht Seidler optimistisch. Die evangelische Kirchengemeinde baue auf ihrem Areal Häuser, und das städtische Grundstück werde laut Ratsbeschluss geteilt: einen Teil beginne die Stadt zu vermarkten, den anderen will man in die Verantwortung eines Bauträgers geben. „Das ist eine gute Lösung, denn wir wollen ja Familien mit Kindern für das mittlere Preissegment anlocken“, sagt Seidler.

Und im Rat? Dort haben sich CDU und SPD in einer gefühlten großen Koalition zusammengefunden. „Wir haben der Bürgermeisterin versprochen, dass wir für die Projekte, in denen wir übereinstimmen, ihr eine Mehrheit besorgen.“ Und die Wülfrather Gruppe, mit der man Panke im Wahlkampf unterstützte? „Wir suchen Mehrheiten. Da können sie sich anschließen oder auch nicht.“

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