Berufskolleg in Ratingen: Geht der Sanierung bald die Puste aus?

Berufskolleg in Ratingen: Geht der Sanierung bald die Puste aus?

Der Kreis beteuert: Alles im vereinbarten Rahmen. Bald gibt es Gespräche über eine Mietanpassung.

Ratingen. Auf dem Weg zu einem echten Schmuckstück: Das Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg kann sich sehen lassen. Der architektonisch ansprechende Neubau mit dem markanten Dach, die erneuerten und modernisierten Klassen- und Fachräume zeigen deutlich, dass Millionen für die Sanierung gut investiert wurden. In diesen Tagen sind die Profiküche und zwei Lehrküchen, EDV- und Handarbeitsräume sowie 14 Klassen- und das neue Lehrerzimmer fertiggestellt worden.

Bis 2010 soll die komplette Erneuerung der größten Ratinger Schule fertiggestellt sein. Doch manche hegen Bedenken, dass der Sanierung auf der Zielgeraden die Puste ausgeht - aus Kostengründen.

2003 wurde das ehrgeizige und millionenteure Projekt auf den Weg gebracht. Die Stadt Ratingen und der Kreis Mettmann als Träger des Berufskollegs hatten vertraglich einen Kostenrahmen für die Sanierung vereinbart: Die Stadt muss Sanierungskosten in Höhe von gut 8,1 Millionen Euro selber tragen, wird die Maßnahme teurer, soll der Kreis einspringen, mit maximal 1,8 Millionen Euro. Mehr als zehn Millionen Euro durfte die gesamte Maßnahme also nicht kosten.

Das war 2003. Da gerade in den vergangenen Jahren die Kosten im Baubereich drastisch gestiegen sind, darf bezweifelt werden, ob das Sanierungsprogramm in dem damals gefassten Kostenrahmen überhaupt noch wie geplant umsetzbar ist. Zumal der Kostenrahmen den gestiegenen Preisen nicht - wie oft üblich - angepasst wurde. Aus gut unterrichteten Kreisen ist zu erfahren, dass die Sanierung in der ursprünglichen Planung nicht zu Ende geführt werden könnte.

Nötig wäre eine neue Kostenverteilung zwischen Stadt und Kreis. Auch eine Mietanpassung wäre längst überfällig. Denn der Kreis als Träger des Berufskollegs bezahlt der Stadt Ratingen für die Nutzung eine Miete, die durch die qualitative Verbesserung der Gebäude eigentlich nach oben angepasst werden müsste. Durch diese Mehreinnahmen könnte auch ein Mehrbedarf bei der Sanierung aufgefangen werden.

Das Thema Sanierung und Miete fürs Berufskolleg wird sowohl im Rathaus als auch in der Kreisverwaltung mit ganz spitzen Fingern angefasst. Im Wahlkampf will sich offenbar auch in Ratingen niemand daran die Finger verbrennen. Entsprechend spärlich und vage sind denn auch die Antworten. Etwa die nach einer Erhöhung des Kostenrahmen oder der Miete.

Ulrike Haase, zuständige Dezernentin beim Kreis: "Der Kostenrahmen wurde nicht erhöht." Die Sanierung werde mit den ursprünglich kalkulierten zehn Millionen durchgeführt - trotz Mehrwertsteuererhöhung und Kostensteigerungen. Über die Miete gebe es nach der Wahl konstruktive Gespräche zwischen Stadt und Kreis.

Dass die Sanierung gefährdet sei, bestritt Hochbauamtsleiter Manfred Pannes. Da der Kostenrahmen nicht erhöht worden sei, habe man eben Abstriche machen müssen. Das "Kunststück", dennoch eine "vernünftige Sanierung" hinzubekommen, sei gelungen. So habe man beispielsweise acht Jahre alte, aber noch funktionstüchtige Fenster, dringelassen, die im ursprünglichen Sanierungsplan erneuert worden wären.