Unfall mit zwei Toten in Heiligenhaus gibt der Polizei Rätsel auf

Unfall mit zwei Toten in Heiligenhaus gibt der Polizei Rätsel auf

Die Ursache für den tödlichen Unfall auf der Abtskücher Straße ist immer noch unklar.

Heiligenhaus. Die Spuren zeugen von der Wucht, mit der der Audifahrer am Samstagabend das Wuppertaler Ehepaar auf der Abtskücher Straße erfasst haben muss. Mit Farbe haben die Unfallexperten der Polizei alle Spuren genau markiert. Alleine die Entfernung zwischen dem wahrscheinlichen Aufprallpunkt bis zur Position, an der die Getöteten letztlich lagen, lässt Rückschlüsse auf den Verlauf des Unfalls zu.

Der Unfall wirft Fragen nach der Sicherheit auf der Abtskücher Straße auf. „Zuständig für diese Straße ist der Kreis“, erklärt Bürgermeister Jan Heinisch. Er war als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr am Samstagabend selbst vor Ort: „Der Kreis hat das Tempo extra auf 50 Stundenkilometer festgelegt, weil hier aufgrund des Naherholungsgebietes sehr viele Menschen zu Fuß unterwegs sind und die Straßenseite wechseln.“

Doch reicht das als Sicherheitsvorkehrung? Bis auf einige Laternen, die die Fußwege ausleuchten, liegt der Bereich im Dunkeln. Und so dürfte der Wülfrather Unfallfahrer, der aus der Kurve im Bereich des Teichs kam, die beiden Fußgänger kaum gesehen haben.

Dass die Situation auf der Kreisstraße unsicher sei, will Heinisch so nicht stehen lassen: „Unweit der Unfallstelle haben wir in Absprache mit dem Kreis extra einen großen Wanderparkplatz errichtet, der direkt an den Gehweg anschließt.“ Auch ansonsten gäbe es genügend Möglichkeiten, die Straße auch im Bereich der Lebenshilfe oder des Feuerwehrmuseums zu queren — allerdings mit kleinen Umwegen.

Die Polizei ließ am Montag einen Hubschrauber über der Unfallstelle kreisen, von dem aus Fotos gemacht wurden. „Unser Problem ist, dass wir noch nicht einmal gesicherte Erkenntnisse haben, aus welcher Richtung die getöteten Fußgänger die Abtskücher Straße überquert haben“, sagt Polizeisprecherin Nicole Rehmann. Sogar ein Sachverständiger wurde hinzugezogen, auch das Fahrzeug des Unfallfahrers soll noch untersucht werden.

Wie zu erfahren war, sollen sowohl vor als auch hinter dem Wagen des Wülfrathers, der das Ehepaar erfasste, andere Autos gefahren sein. „Im Moment können wir weder ein Fehlverhalten der Fußgänger noch des Autofahrers ausschließen. Wir ermitteln in alle Richtungen“, so Rehmann.

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