Stadt muss sauberer werden

Stadt muss sauberer werden

Mit neuen Kräften hofft die Stadt das Problem besser in den Griff zu bekommen.

Mettmann. Die Stadt muss sauberer werden. Das meinen mehr als die Hälfte der 422 Mettmanner, die beim großen WZ-Bürger-Barometer mitgemacht haben. 57 Prozent aller Befragten beurteilen die Sauberkeit auf Mettmanns Straßen, Plätzen und Grünanlagen mit "Ausreichend" und schlechter. Sechs Prozent geben der Stadt in punkto Sauberkeit sogar ein "Ungenügend".

Es besteht also dringend Handlungsbedarf, um das Erscheinungsbild der Stadt aufzupolieren. Denn die Sauberkeit trägt auch ganz wesentlich zum Image einer Stadt bei. Den Unmut der Bürger über verschmutzte Straßen bekommen die Mitarbeiter des Baubetriebshofs immer wieder zu spüren. Dort laufen die Beschwerden über verdreckte Straßen und Gehwege ein.

"Natürlich sehen auch wir den Handlungsbedarf ", sagt Markus Kampe, der Leiter des Baubetriebshofs. Doch der Kampf seiner Mitarbeiter gegen Müll und Dreck in der Stadt gleicht fast dem Kampf Don Quichottes gegen die Windmühlen.

Jeden Tag aufs Neue müssen die Handfeger-Kolonnen durch die Stadt geschickt werden, um Papiertaschentücher, Getränkeverpackungen, Glassplitter von zerschmissen Flaschen oder Zigarettenkippen zu beseitigen.

Zwar gibt es einen Verwarn- und Maßnahmenkatalog, mit dem selbst das Spucken auf die Straße mit einem Verwarngeld von fünf Euro geahndet werden könnte.

Aber die Stadt hat überhaupt nicht das Personal, um die Bürger mit einem Verwarn- und Bußgeld zu bestrafen, die gegen das Ortsrecht verstoßen. Das Wegschnippen einer Zigarettenkippe kostet fünf Euro, für das Wegwerfen eines Papiertaschentuchs oder einer Zigarettenschachtel könnten Mitarbeiter des Ordnungsamtes sogar 15 Euro kassieren.

Bei vielen Menschen ist das Unrechtsbewusstsein zudem wenig ausgeprägt. "Da werden Sachen sogar absichtlich auf den Boden fallen gelassen, vor den Augen der Handkehrer. Und die müssen sich auch noch anhören, dass sie doch dafür bezahlt würden, den Müll aufzufegen", sagt Kampe.

Die Stadt hat im vergangenen Jahr ein Konzept erarbeitet, mit dem Mettmann sauberer werden soll. Die Mannschaft des Baubetriebshofes wurde zu Jahresbeginn um zwei Stadtteilreiniger aufgestockt.

Sie werden versuchsweise ein Jahr in allen Stadtteilen unterwegs sein. Das Projekt wird von der Arge unterstützt. Und im Sommer sollen zwei zeitlich befristete Kräfte für die Pflege der Grünflächen eingestellt werden.

Der Stellenabbau auf dem Baubetriebshof hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die städtischen Personalausgaben gesenkt werden konnten, doch die Folgen sind für die Bürger offensichtlich. Wer eine saubere Stadt fordere, müsse dafür auch die Rechnung zahlen, sagt Kampe. Die Kosten für mehr Personal müsse natürlich der Gebührenzahler, also der Bürger, tragen.

Jedes Jahr landen 200 Tonnen Müll illegal auf Plätzen, Straßen und in Grünanlagen. Die Kosten für die Entsorgung müssen alle Bürger zahlen. In diese Summe hat Kampe noch nicht den Hausmüll eingerechnet, der in städtische Papierkörbe gestopft wird.