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VfB 03 Hilden setzt auf Verjüngungsprozess

Fußball : Oberliga-Teams stellen sich für die neue Saison auf

Der Trainer des VfB 03 Hilden setzt bei der Mannschaft für die kommende Saison auf eine starke Verjüngung. Der FC Monheim muss sich künftig an seinen jüngsten Erfolgen messen lassen.

Bei den Oberliga-Fußballern des VfB 03 Hilden ist Ruhe eingekehrt. Die Mallorca-Tour ist beendet. Den Spielern bleibt nun noch etwas mehr als eine Woche, sich von den Anstrengungen der abgelaufenen Spielzeit zu erholen und Kraft für die neue Saison zu tanken. Bereits am Freitag, 28. Juni, ruft Marc Bach zur ersten Einheit auf die Anlage an der Hoffeldstraße. Zunächst aber blickt der Trainer noch einmal zurück – und zieht nach einem Wechselbad der Gefühle in den vergangenen Wochen letztlich zufrieden Bilanz. Denn durch den klaren Erfolg über Schlusslicht Duisburg kamen die Hildener am Ende auf 47 Punkte und kletterten noch auf den zehnten Tabellenplatz.

Mitte August wird der Kampf
um den Klassenerhalt eröffnet

Ein Ergebnis, das stolz macht, auf dem sich die Mannschaft aber nicht allzu lange ausruhen sollte. Denn Bach schaut in diesen Tagen auch schon nach vorne. „Ich erwarte wieder eine recht ausgeglichene Liga“, sagt er. Will heißen: Mitte August wird der Kampf um den Klassenerhalt von neuem eröffnet. Wenn es nach Bach geht, soll sein Team dann aber die Weichen früher Richtung Oberliga-Verbleib stellen. „Wir wollen nach dem Sommer und nach dem Winter besser aus den Startlöchern kommen“, betont er. Denn in dieser Saison offenbarte die VfB-Truppe beide Male Anlaufprobleme.

Die neue Herausforderung gehen die Hildener mit einem veränderten Kader an. Mit Zissia Alexandris, der zum Liga-Rivalen TSV Meerbusch wechselt, sowie Park Ilkwon, der zurück in die Heimat Südkorea geht, und Florian Grün (Karriereende) stehen drei Stammkräfte nicht mehr zur Verfügung. Emil Vincazovic schließt sich dem A-Kreisligisten TuSpo Richrath an. Wohin es Gianluca de Meo zieht, ist noch nicht bekannt. Das gilt auch für Mihai Bogoiu sowie den 20-jährigen Alexander Schmidt, der in der vergangenen Saison als dritter Torhüter hinter Marvin Oberhoff und Bastian Sube im Kader stand. Kai Stanzick hingegen kehrt fest in die zweite Mannschaft zurück.

Mit Stefan Schaumburg, Fabian zur Linden und Pascal Weber, der in dieser Saison seine Bestmarke in der Oberliga knackte und am Ende auf 15 Treffer kam, bleiben dem Hildener Oberliga-Team erfahren Kräfte erhalten. „Sie haben die Mannschaft über viele Jahre geprägt“, stellt Bach fest. Aber auch Justin Härtel und Talha Demir, mit 16 Toren bester VfB-Schütze in der abgelaufenen Spielzeit, sind wichtige Bausteine im Kader. Bei anderen Akteuren sieht der Trainer noch viel Potential. „Tim Tiefenthal, Timo Kunzl und Fabio die Gaetano werden sich weiterentwickeln“, glaubt er.

Überhaupt setzt Bach auf einen Verjüngungsprozess durch A-Jugendliche – wie Nick Perkuhn in der Rolle des dritten Torhüters. Stürmer Oliver Krizanovic schnupperte schon auf der Zielgeraden der Meisterschaft etwas Oberliga-Luft. Außerdem rücken die Nachwuchsfußballer Nick Sangl, Rainer Gagel, Norwin Austrup und David Szewczyk in den Kader der Ersten. Aus der VfB-Zweiten, die gerade erst den Sprung in die Landesliga verpasste, kommen Joshua Schneider und Torjäger Nick Hellenkamp. Zudem können sich Marco Tassone und Moritz Holz im Trainingsbetrieb der Oberliga-Truppe beweisen.

Ein gefühlter Neuzugang ist Len Heinson, der im Winter vom Wuppertaler SV nach Hilden wechselte, sich im Derby bei den Sportfreunden Baumberg jedoch einen Kreuzbandriss zuzog. Zu den Langzeitverletzten zählte in der vergangenen Saison auch Erwin Mambasa (Schambeinentzündung), der nun richtig beim VfB 03 durchstarten will. Noch offen sind die Hildener für einen erfahrenen Innenverteidiger und einen versierten Angreifer. bs

Monheim blickt zurück auf
eine schlicht fabelhafte Saison

Eine alte Fußball-Weisheit sagt, dass die zweite Saison nach dem Aufstieg in eine höhere Spielklasse die schwierigste ist. Konnte das Team in der ersten Spielzeit noch von der Aufstiegseuphorie zehren und wurde es vielleicht sogar von einigen unterschätzt, so seien diese Vorteile spätestens im zweiten Jahr weg. Dementsprechend defensiv formulierten die Verantwortlichen des FC Monheim (FCM), der in seiner Premierensaison in der Oberliga einen beachtenswerten elften Tabellenplatz fernab des Abstiegskampfes erreicht hatte, vor einem Jahr auch ihre Ziele für die nun abgelaufene Saison. Möglichst schnell wollte der FCM die 40-Punkte-Marke erreichen und damit den Klassenerhalt sichern – was darüber hinaus möglich sei, wollte man dann sehen.

Der FCM schaffte es bis ins Halbfinale des Niederrheinpokals

Letztlich war darüber hinaus sehr viel mehr möglich. 55 Punkte bedeuteten für den FCM einen kaum für möglich gehaltenen vierten Platz in der Abschlusstabelle und ganz nebenbei schafften es die Monheimer im Niederrheinpokal bis ins Halbfinale, wo erst beim Regionalligisten Wuppertaler SV Endstation war. „Vor dem Hintergrund, dass das zweite Jahr wirklich häufig besonders schwer ist und wir trotzdem noch einmal mehr Punkte geholt haben, muss man natürlich von einem sehr guten Jahr sprechen – ohne dabei die Demut zu verlieren. Und wenn man ehrlich ist, hatten wir über die gesamte Spielzeit hinweg nie etwas mit dem Abstiegskampf zu tun“, sagt Monheims Trainer Dennis Ruess. Schon im Sommer 2018 habe man sich mit guten Neuzugängen das nötige Rüstzeug für eine gute Saison geholt: „Aber das ist ja keine Garantie, dass es auch klappt.“

Dem FCM gelangen vor der Saison einige Glücksgriffe. Tim Kosmala etwa übernahm in der Defensive vom ersten Tag an Führungsaufgaben und er wurde gleich zum Vizekapitän. Auch Mittelfeldmann Tobias Lippold konnte seine ohne Zweifel vorhandenen hohen Qualitäten direkt voll einbringen. Er wurde mit 13 Toren und elf Vorlagen sogar Monheims Top-Scorer. Denis Labusga kam nach Startschwierigkeiten in der Rückrunde richtig in Fahrt und erzielte wichtige Tore. Ähliches galt für den wuchtigen Angreifer Nikola Aleksic. Ebenfalls bemerkenswert: Mark Schiffer bestritt als 19-Jähriger 30 Oberliga-Spiele für den FCM. „Wir hatten schon einen großen Umbruch und ein paar Automatismen haben zu Beginn auch nicht gestimmt. Aber entscheidend war, dass wir immer als eine echte Mannschaft aufgetreten sind. Die Jungs waren offen für Neues und bereit, neue Dinge zu erarbeiten und dann umzusetzen. Unser größtes Plus war am Ende das starke Kollektiv und es gab keinen, der sich über die Mannschaft stellen wollte“, findet Ruess.

In Zukunft werden die Monheimer allerdings auch an den Erfolgen der Vergangenheit gemessen: „Im besten Falle erreicht man in einer Saison natürlich mehr als in der Spielzeit davor. Das ist uns in den letzten Jahren ganz gut gelungen, nur langsam wird es kompliziert. Von daher wird es für uns vor allem darum gehen, das Erreichte zu bestätigen und uns in der Liga zu etablieren“, sagt Monheims Coach. Darauf, dass sie in Zukunft von der Konkurrenz noch unterschätzt werden könnten, sollten die Monheimer aber nicht hoffen. Eine gewisse Euphorie könnte der FCM ja trotzdem mitnehmen. mroe