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Trainer Sebastian Saufhaus arbeitet gerne beim 1. FC Wülfrath

Fußball : „Der FCW ist in Wülfrath wieder angesagt“

Interview Sebastian Saufhaus hat den Fußball-Bezirksligisten an die Tabellenspitze geführt und strebt den Aufstieg an. Er fühlt sich wohl in der Kalkstadt, hat aber auch Ambitionen.

Vor gut einem Jahr übernahm Sebastian Saufhaus (37) als Trainer den Fußball-Bezirksligisten 1. FC Wülfrath. Dümpelte der Klub damals im Tabellenmittelfeld herum, starten die Wülfrather nach Beendigung der Winterpause am Sonntag beim SV Union Velbert als souveräner Spitzenreiter in den weiteren Verlauf der Rückrunde.

Herr Saufhaus, wie bewerten Sie die Vorbereitungsphase in den vergangenen Wochen?

Sebastian Saufhaus: Wir haben hart gearbeitet und fast jeden Tag trainiert. Hinzu kamen die Testspiele. Gegen die Oberligisten SSVg Velbert und Sportfreunde Baumberg haben wir zwar verloren und waren auch dem starken Bezirksliga-Spitzenreiter der Gruppe 1, SG Unterrath, unterlegen, haben aber außer in Baumberg jeweils spielerisch und kämpferisch mithalten können. Gegen die A-Kreisligisten Türkgücü Velbert und SC Sonnborn siegten wir überzeugend und die Formkurve zeigte zuletzt nach oben. Alle Jungs im Kader haben in der Vorbereitung prima mitgezogen, und wir gehen topfit in die kommenden Meisterschaftsspiele.

Wie haben sich die Winterneuzugänge Jannik Weber und Frederik Streit in den Kader eingefügt?

Saufhaus: Da beide charakterlich einwandfrei auftreten, haben sie sich sofort ohne Probleme in den Kader integriert. Spielerisch sind sie die erwartete Verstärkung. Während der 23-jährige Frederik Streit, dem seine gute Ausbildung in der Jugend-Bundesliga und seine Einsätze in der Wesfalenliga anzumerken sind, als Allrounder auf den Defensivpositionen eine Bereicherung des Kaders darstellt, hat Jannik Weber in den Testspielen unterstrichen, dass er als Torjäger mit mehr als 200 Oberliga-Spielen in der Offensive die schon gute Qualität weiter anheben wird. Ich gehe davon aus, dass wir an beiden Spielern noch viel Freude haben werden. Überhaupt sehe ich, dass wir mehr personelle Alternativen haben und dadurch der Konkurrenzkampf um einen Platz in der Startformation weiter angeheizt wird.

Wie ist denn überhaupt die Stimmung im Kader und im Umfeld des Vereins?

Saufhaus: Da wir Spitzenreiter sind, ist es naheliegend, dass am Erbacher Berg derzeit eitel Sonnenschein herrscht. Das spiegelt sich nicht nur in der guten Laune bei den Spielern und dem Trainer- und Funktionsteam, sondern auch im Umfeld wider. Wir haben deutlich mehr Zuschauer als in der vergangenen Saison. In der Stadt Wülfrath ist der FCW wieder angesagt.

Was kann den 1. FC Wülfrath auf den Weg zum Aufstieg noch aufhalten und wer sind die größten Konkurrenten?

Saufhaus: Die Saison ist noch lang und es können noch einige Stolpersteine im Weg liegen. Ich nenne beispielsweise eine Verletzungsmisere oder einen schwachen Start nach der Winterpause. So etwas hat unweigerlich Auswirkungen auf die Stabilität im Kader. Hinsichtlich der Konkurrenz um die vorderen Plätze verweise ich zunächst auf unseren direkten Verfolger und Tabellenzweiten FSV Vohwinkel, wobei ich, wie Sie sicherlich bemerkt haben, das Wort Aufstieg bewusst nicht in den Mund nehme. Der FSV Vohwinkel hat sich in der Winterpause mit höherklassigen Spielern gut verstärkt und betont, dass er unbedingt aufsteigen will, Wie bereits vor Beginn der Spielzeit von mir prognostiziert, sehe ich den SV Union Velbert und den TSV Ronsdorf als weitere ernsthafte Konkurrenten. Abwarten muss man sicherlich auch die Entwicklung des SC Ayyildiz Remscheid.

Ihr Vertrag läuft am 30. Juni dieses Jahres aus. Werden Sie auch in der kommenden Saison auf der Kommandobrücke des 1. FC Wülfrath stehen? Wer Sie kennt, weiß, dass Sie sehr ehrgeizig sind und die Bezirksliga wohl nur als Zwischenstation
auf den Weg zu höheren
Ligen sehen?

Saufhaus: Zunächst einmal die Feststellung, dass ich mich beim FCW sehr wohl fühle und alles daran setzen werde, dass wir in dieser Saison etwas erreichen. Ich bin mir mit unserem Vorsitzenden Michael Massenberg darüber einig, dass wir uns im Verlauf des Monats März zusammensetzen, die Lage in Ruhe analysieren und dann eine Entscheidung über eine weitere Zusammenarbeit treffen werden. Wie Sie richtig vermuten, habe ich schon den Ehrgeiz, Mannschaften in höheren Ligen zu trainieren. Sonst hätte ich nicht so eine gute Trainerausbildung absolvieren müssen. Derzeit macht es mir aber beim FCW riesig Spaß und ich sehe akut keinen Grund, mich mit anderen Vereinen zu beschäftigen.