TC Stadtwald Hilden startet in die Medenrunde

Tennis : Der TC Stadtwald verfolgt gleich zwei Ziele

Die Damenmannschaften des Hildener Tennisvereins vertrauen im Kampf um den Klassenerhalt auf jüngere Spielerinnen, die Herren peilen mit einer Mischung junger und erfahrener Akteure den Aufstieg an.

Die Tennisvereine in der Region stehen in den Startlöchern. Anfang Mai beginnt für die meisten Mannschaften die Medenrunde. In der höchsten Klasse auf Verbandsebene spielt die erste Damenmannschaft des TC Stadtwald Hilden, die im vergangenen Sommer den Aufstieg in die Niederrheinliga realisierte. Etwas Glück war allerdings dabei, denn die Hildener Mannschaft schloss die Medenrunde 2018 in der Ersten Verbandsliga auf dem zweiten Platz ab, punktgleich mit dem TC Bredeney, der jedoch aufgrund der Matchpunkte auf Rang eins stand und damit den direkten Sprung nach oben schaffte. Weil jedoch eine Mannschaft in der Niederrheinliga zurückzog, gab es plötzlich zwei zusätzliche Aufsteiger – und das Stadtwald-Team war dabei.

Der Jubel war groß, doch Christian Hohnhold hält den Ball lieber flach. „Wir spielen gegen den Abstieg“, stellt der Sportwart des TC Stadtwald vor dem Auftakt am Samstag, 4. Mai, klar. Dann empfangen die Hildenerinnen den letztjährigen Vizemeister Gladbacher HTC auf der heimischen Anlage an der Elberfelder Straße und damit eine Mannschaft, die auch in diesem Jahr wieder zu den Favoriten zählt. Das Stadtwald-Team hingegen übernimmt die Rolle des Außenseiters – und ist damit ganz zufrieden. „Mit unserer jungen Truppe haben wir eine gute Chance mitzuspielen“, sagt Hohnhold und fügt hinzu: „Wir sind froh, dass wir so eine Herausforderung wieder annehmen können.“

Vor drei Jahren stiegen die Hildenerinnen ab. „Mit etwas Pech“, stellt Hohnhold fest. Jetzt soll es auf Niederrheinliga-Ebene wieder anders laufen, zumal der TC Stadtwald auf ein homogenes Team baut. „Im Prinzip spielen immer noch die gleichen Leute wie vor ein paar Jahren“, erläutert der Sportwart. Vereinstreue beweist auch seine eigene Tochter Lina, die noch andere Optionen hatte. „Ein Wechsel kam nicht in Frage. Im Gegenteil: Durch sie hat sich noch das eine oder andere Mädchen dazu entschlossen, bei uns zu spielen“, betont Christin Hohnhold.

Aktuell hat die Damenmannschaft ein Durchschnittsalter von rund 21 Jahren. Besonders interessant: Etliche Spielerinnen studieren in Amerika, haben eines der begehrten Stipendien fürs College ergattert. Dazu zählen die Nummer eins, Carolina Bulatovic, aber auch Lina Hohnhold, Amelie Voßgätter und Malin Büchner.

Kosten verursacht das für den Verein übrigens nicht, denn das Quartett reist nicht etwas nur zu den Medenspielen in Deutschland an, sondern nutzt die Sommerpause im Studienjahr am amerikanischen College, um in der Heimat auf dem Tennisplatz zu stehen. „Sie haben bis August Ferien und die Möglichkeit, hier zu spielen“, erläutert Christian Hohnhold.

Allerdings stehen nicht alle Studentinnen bereits am ersten Spieltag zur Verfügung, da sie auch an der Universität neben dem Studium den Fokus auf Tennis legen und im Mai noch Turniere absolvieren müssen. Gleichwohl ist die Zielsetzung der Damenmannschaft in der acht Teams zählenden Niederrheinliga klar. „Es gibt wahrscheinlich drei Absteiger – wir wollen also versuchen, Fünfter zu werden“, gibt Sportwart Hohnhold die Marschrichtung vor. An den ersten beiden Spieltagen will das Team die feststehenden Ausfälle mit ein oder zwei Neuzugängen kompensieren. „Eine Holländerin und eine Serbin“, sagt Hohnhold – mehr will er noch nicht verraten.

Die zweite Damenmannschaft des TC Stadtwald will in der Zweiten Verbandsliga ebenfalls den Klassenerhalt realisieren. Auch hier baut der Verein auf Eigengewächse wie zum Beispiel Lena und Laura Mertens, Lisa Befort oder Nina Raasch. Im vergangenen Sommer schaffte das Team mit Unterstützung der erfahrenen Petra Hohnhold und Nina Mertens den Aufstieg. Doch Sportwart Christian Hohnhold stellt klar: „Jetzt sollen es die jungen Spielerinnen richten.“ Rund 18 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Zweitvertretung. „Wir haben zwei junge Mannschaften mit Entwicklungspotential“, blickt Hohnhold der bald beginnenden Medenrunde gespannt entgegen. Und hofft zugleich, „dass alle gesund bleiben, denn der Kader ist sehr dünn“.

Jona Gitschel an Position eins
ist gerade einmal 15 Jahre alt

Nicht ganz so rosig ist aktuell die Lage für das Herren-Team, das nach dem Abstieg in der Bezirksliga um Punkte kämpft und die direkte Rückkehr in die Zweite Verbandsliga anstrebt. Dem Team bescheinigt Hohnhold „eine gute Mischung aus jüngeren und älteren Spielern, die hoffentlich den Aufstieg schaffen“. An Position eins der Meldeliste steht der erst 15 Jahre alte Jona Gitschel.

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