Handball: SGR träumt vom Aufstieg, SGL bekommt Abstiegsendspiel

Handball : SGR träumt vom Aufstieg, SGL bekommt Abstiegsendspiel

Handball-Regionalligist Ratingen steht vor Showdown, Drittligist Langenfeld könnte noch Rote Laterne abgeben.

Es ist soweit: Die SG Ratingen bekommt ihren Showdown um die Meisterschaft in der Handball-Regionalliga. Am Tag nach dem eigenen 33:28-Erfolg gegen die HSG Siebengebirge reiste eine Delegation des Löwenrudels nach Dinslaken, um dort den Tabellenführer MTV Rheinwacht gegen TuSEM Essen, den nächsten Gegner der Ratinger, zu beobachten. Und bestimmt auch, um das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Titel aufrecht zu erhalten. Der Riecher trog Geschäftsführer Bastian Schlierkamp und seine Mitfahrer nicht – Essen siegte mit einem Tor Unterschied in Dinslaken. Und plötzlich sind beide Teams punktgleich. Trotzdem muss das Löwenrudel aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs noch einen Punkt auf den MTV aufholen.

Die Absurdität des Spielplans der Handball-Regionalliga will es jedoch, dass der letzte Spieltag nicht zeitgleich stattfindet: Dinslaken legt bereits am Samstag in Korschenbroich vor, Ratingen muss erst am Folgetag bei TuSEM Essen antreten. Selbst in den Fußball-Kreisligen hat man erkannt, dass letzte Spieltage zeitgleich stattfinden sollten, bis zu den Funktionären des Westdeutschen Handball-Verbands ist dies offenbar jedoch noch nicht durchgedrungen. Nach aktueller Konstellation wissen die Ratinger am Samstagabend, ob sie überhaupt noch aufsteigen können (bei einem Punktverlust Dinslakens in Korschenbroich) – und welches Ergebnis das Löwenrudel dafür benötigt. Das findet selbst Marcel Müller, Co-Trainer der Ratinger, bescheuert – obwohl sein Team davon ja eigentlich profitiert: „Es ist eine komische Situation, wenn beide punktgleiche Teams am letzten Spieltag nicht gleichzeitig antreten“, sagt er.

Dass es für die Ratinger überhaupt noch zum möglichen Endspiel kommt, war eine schwere Geburt. Denn Siebengebirge war die ersten Minuten die bessere Mannschaft, scheiterte jedoch immer wieder am eigenen Unvermögen – und am stark aufgelegten Petre Angelov im SGR-Tor. Nach 23 Minuten lief das Löwenrudel von 9:8 auf 13:8 davon, eine beruhigende Führung. Dachte man. Die Luft schien raus bei den Gästen, die sich mit einem Sieg am Sonntag in Aachen (nach dem Ratingen-Spiel) vor dem Abstieg retteten. Doch auch die Ratinger schalteten mehrere Gänge zurück. Edgar Schulz durfte gleich mehrfach unbedrängt durchlaufen – plötzlich war Siebengebirge wieder dran. Es waren vor allem Filip Lazarov und Alex Oelze mit Einzelaktionen und Gewaltwürfen, die Ratingen immer vorn hielten. Und so konnte das Löwenrudel selbst die Rote Karte für Yannik Nitzschman verkraften. asch

Die Langerfelder kassierten eine klare Niederlage gegen Volmetal

Das klingt einigermaßen verrückt: Drittligist SG Langenfeld, der seit einiger Zeit als direkter Wieder-Absteiger in die Regionalliga Nordrhein feststeht, musste mit dem 27:33 (14:17) beim TuS Volmetal eine am Ende klare Niederlage hinnehmen. Groß feiern konnte danach nur die zuvor noch gefährdeten Gastgeber, die durch den Sieg den Klassenerhalt unter Dach und Fach brachten. Ihr ganz eigenes Ziel erreichte aber auch die Mannschaft von SGL-Trainer Markus Becker.

Weil der Vorletzte MTV Großenheidorn (10:48 Zähler) ebenfalls unterlag (26:30 gegen den Vierten TuS Spenge), bleibt in der Tabelle alles beim Alten – und die SGL (8:50) hält unverändert die Rote Laterne. Daraus folgt: Langenfeld bekommt zum Abschied aus der Dritten Liga am nächsten Samstag (19.30 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen den Drittletzten SG VTB Altjührden (15:43) sein persönliches Endspiel.

Gelingt der SG Langenfeld im Duell mit den Gästen aus Friesland, die ebenfalls als Absteiger feststehen, der vierte Saisonsieg, kann sie den letzten Tabellenplatz verlassen. Zweite Bedingung: Großenheidorn müsste gegen den Vierten Spenge verlieren. Dann gäbe es für Langenfeld bei Punktgleichheit (beide 10:50) über den gewonnenen direkten Vergleich (40:29/26:27) tatsächlich so etwas wie ein Happy End. Klingt einigermaßen verrückt, ist aber tatsächlich so. mid