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SG Langenfeld empfängt SG Ratingen in der Regionalliga

Handball : SG Langenfeld gegen SG Ratingen: Duell der Torhüter verspricht Spannung

In der Handball-Regionalliga zeigten Nils Thorben Schmidt und Jascha Schmidt zuletzt Spitzenleistungen. Am 8. Februar treffen die Schlussmänner aufeinander.

Wenn am Samstag ab 18 Uhr die Handballer der SG Langenfeld die SG Ratingen empfangen, gibt es auch das Duell zweier Namensvettern im Tor: Nils Thorben „Toto“ Schmidt auf der Seite der Gäste befindet sich dabei ebenso in Top-Form wie Jascha Schmidt. Im Gegensatz zum Ratinger Keeper hat der Langenfelder vier Siege in Serie in der Liga und im Amateurpokal – den Wettbewerb erreichte die SGL im Übrigen durch den Verbandspokal-Finalsieg über die SG – in diesem Jahr gefeiert. Jascha Schmidt würde gegen seinen Ex-Klub gern den fünften folgen lassen. Auch wenn er sagt: „In der Hinrunde war das noch ein Thema für mich, jetzt nicht mehr.“

Mit der Zeit beim Ligakonkurrenten, als der nordmazedonische Nationalkeeper Petre Angelov, der inzwischen die SG verlassen hat, seine Einsatzzeiten auf ein Minimum reduzierte, hat er abgeschlossen. Stattdessen ist der 27-Jährige hungrig auf Siege mit der SGL. „Gegen Köln-Wahn haben wir zum ersten Mal dominiert“, lobt Schmidt. Das war der Sieg zum Jahresauftakt. Seitdem spielte sich die Mannschaft von Trainer Markus Becker in einen kleinen Rausch – und Schmidt ist daran nicht ganz unschuldig. „Das fühlt sich echt gut an“, sagt er über sein Formhoch. Das sollen nun auch die Ex-Kollegen zu spüren bekommen.

Der gelernte Tischler gilt als extrem ehrgeizig und selbstkritisch, bisweilen sogar etwas übermotiviert. „Er ist definitiv jemand, der sich sehr mit der Materie beschäftigt“, sagt Becker, der seinem Spieler eine „Leader-Funktion“ attestiert, wenn dieser Ansagen an die Mitspieler macht.

Das kommt durchaus regelmäßig vor, Schmidt gehört zur Sorte der extrovertierten Torhüter. Gelingen ihm Paraden, kann er förmlich explodieren. „Dann ist Jascha ein Mann für besondere Situationen“, schwärmt Becker.

Alleine gelingt das selten. Schmidt funktioniert in Symbiose mit dem Abwehrblock: Machen die Spieler vor ihm ihre Arbeit gut, fällt es ihm leichter, Fehler auszubügeln. Umgekehrt wissen die Feldspieler dann, dass sie sich im Zweifel auf ihre Nummer 32 verlassen können. „Wir haben uns hinten unheimlich stabilisiert“, lobt Schmidt. „Jetzt haben wir das Gefühl, dass wir so knappe Spiele wie gegen TuSEM Essen II noch gewinnen können.“ Das war vergangenes Wochenende. Auch da siegte die SGL, 27:23.

In Langenfeld scheint der Kölner eine neue Heimat gefunden zu haben. „Ich habe nicht umsonst schnell meine Zusage für ein weiteres Jahr gegeben“, sagt Schmidt. Nach der Zeit in Ratingen habe er bewusst einen Verein mit mehreren Jugend- und Herrenmannschaften sowie einem Frauenteam und einem Klubleben haben wollen. „Ein Verein, bei dem alle nicht wegen der Moneten sind“, sagt Schmidt. „Ich habe gelernt, dass Spaß und eine funktionierende Mannschaft wichtiger sind. Der Erfolg kommt dann von alleine.“

Dem letzten Teil dieser Aussage kann „Toto“ Schmidt „inhaltlich nicht widersprechen“, die Sache mit den „Moneten“ stört ihn aber schon: „Ich bin vor der Saison wegen der sportlichen Perspektive nach Ratingen gekommen. Das muss man derzeit natürlich losgelöst von der Tabelle sehen, aber ich bin zu einem Verein gegangen, der zweimal in Folge Vizemeister der Regionalliga war, aus der Dritten Liga kam und dessen Umfeld auch den Aufstieg anstrebt.“

Hinzu komme, dass er bei der SG unter anderem in Kai Funke und Etienne Mensger alte Freunde wiedergetroffen habe: „Das ist eine gute Grundlage, mit den Freunden und dem Umfeld. Das macht auch Spaß, dafür muss ich nicht zur SG Langenfeld gehen“, sagt „Toto“ Schmidt. Er wechselt nach der Saison zum möglichen Drittliga-Aufsteiger TuS Opladen, aber nicht, weil es ihm in Ratingen nicht gefiele. „Ich hatte eine Option in meinem Vertrag, dass der sich automatisch verlängert. Aber ich möchte im November ins Referendariat gehen, und der Aufwand, den ich habe, ist sehr hoch – ich fahre zehn Stunden pro Woche nur Auto und war dann noch nicht mal in der Halle“, berichtet Schmidt, der in Köln wohnt und es daher nächste Saison näher hat: „Das sind dann nur 20 Minuten zur Halle, und ich habe bei Opladen drei Leute, mit denen ich Fahrgemeinschaften bilden kann. Ich kenne da viele aus der Uni-Mannschaft, mit der wir im letzten Jahr Vize-­Europameister in Polen geworden sind.“

In Langenfeld werden wohl beide Schmidts in den jeweiligen Toren starten, bei der SG Langenfeld ersetzt Luca Jahn aus der Oberliga-Reserve den zweiten Keeper Alexander Riebau (Schambeinverletzung). Im Hinspiel gab es ein Unentschieden, im Pokalfinale einen knappen Langenfelder Sieg. „Wir wissen, was uns erwartet“, sagt „Toto“ Schmidt, der sich per Video auf die Schützen jedes Gegners vorbereitet, in diesem Fall besonders auf Felix Korbmacher, Ole Völker und André Moser.