Dominik Oehlers macht die Baumberger noch stärker

Fußball : Oehlers macht Baumberg noch gefährlicher

Drei Monate lang war Dominik Oehlers verletzt, jetzt kann der schnelle Angreifer des Fußball-Oberligisten Sportfreunde Baumberg wieder spielen und bietet taktische Optionen.

Salah El Halimi wollte ihn unbedingt haben. Am Ende entschied sich Dominik Oehlers tatsächlich gegen andere Angebote – und für den Fußball-Oberligisten Sportfreunde Baumberg. Ein paar Wochen später entschloss sich der damalige Trainer El Halimi dazu, aus privaten/familiären Gründen eine Pause einzulegen. Das überraschte nicht nur Oehlers, der trotzdem bei seiner Zusage blieb und vom späteren Absteiger VfR Krefeld-Fischeln an die Sandstraße wechselte. Dort erlebte er mit seinem neuen Team einen turbulenten Start, weil zunächst der El-Halimi-Nachfolger Andreas Franke plötzlich wieder weg war. In den ersten vier Spielen gelang den Baumbergern dann kein Sieg, ehe die nun federführend von Francisco Carrasco trainierte Mannschaft immer besser in Schwung kam.

Bitter für Oehlers: Er war gerade dabei, sich richtig zu etablieren, als ihn eine Verletzung ausbremste. Eine Woche nach dem ersten Einsatz über 90 Minuten (in Velbert) passierte es am 7. Oktober gegen den TSV Meerbusch. Nach 55 Minuten musste der Angreifer runter. Diagnose: Muskel-Bündelriss. Folge: Lange Pause, Radfahren und Aufbautraining statt Fußball. Jetzt ist Oehlers zurück und stand beim 10:2 im Test gegen den Landesligisten Holzheim in der Startformation. Nach zwei Toren und 55 Minuten Spielzeit durfte der 23-Jährige seinen Arbeitstag mit einem guten Gefühl beenden.

Dominik Oehlers ist ein komplett anderer Stürmertyp als der deutlich kräftigere Jannik Weber. Vorteil für die Sportfreunde: Die taktischen Möglichkeiten sind größer. „Ich kann der Mannschaft am meisten helfen, wenn ich richtig fit bin“, betont Oehlers, der die Fahrten von Krefeld nach Baumberg gerne in Kauf nimmt: „Die Mannschaft ist super. Wenn der Kern zusammenbleibt, können wir viel erreichen.“

Eine längere Zeit zur Eingewöhnung brauchte der Angreifer nicht, weil er in Baumberg ein paar alte Bekannte traf – wie etwa Kosi Saka, den er einst beim heutigen Drittligisten KFC Uerdingen kennenlernte. Oehlers, der mit seiner Meinung eigentlich nie hinter dem Berg hält, machte mal wieder den Mund auf. Die Antwort kam von: Kosi Saka. „Ich war 16 oder 17“, erzählt Oehlers, „ich glaube, das war nicht so klug.“ Inzwischen ist er ein paar Jahre älter und trotzdem jederzeit bereit, seinen Standpunkt zu vertreten.

Diese Eigenschaft schätzen sie – neben dem fußballerischen Können – sehr in Baumberg. „Er ist eine unheimlich ehrliche Haut“, sagt Redouan Yotla, der aktuell zusammen mit Carrasco, Hayreddin Maslar und Michael Rentmeister ein Vierer-Trainer-Team bildet. „Dominik ist wieder sehr gut drauf“, findet Carrasco, „er hat ein unheimlich gutes Tempo und hilft uns definitiv weiter.“ Das klingt auf de ersten Blick ein bisschen so, als befinde sich das Team sportlich in einer Notlage – wovon allerdings keine Rede sein kann, denn die Sportfreunde sind als Zweiter der erste Verfolger des Spitzenreiters VfB Homberg. Und wie es mit einem Sieg über den Spitzenreiter klappen kann, zeigten die Baumberger im letzten Spiel vor der Winterpause. Am 15. Dezember 2018 gab es einen 2:1-Sieg.

Dominik Oehlers war damals Zuschauer und auf dem Weg zurück auf den Platz. Seine Einschätzung stand allerdings längst fest: „Diese Mannschaft ist super. Wenn wir alle fit sind, ist sie für mich die stärkste der Liga. Und natürlich wollen wir Homberg angreifen.“ Persönlich funktioniert das am besten, wenn zu den bisher drei Toren einige weitere hinzukommen – was gelingen könnte. Den zweitbesten Angriff der Klasse haben die Baumberger mit 49 Treffern in 19 Spielen ohnehin, weil Mittelfeldspieler Robin Hömig allein 17 Mal erfolgreich war. Nun gibt es theoretisch auch die Variante mit zwei Spitzen und Hömig dahinter. Das finden alle an der Sandstraße großartig und genau deshalb wollte Salah El Halimi Oehlers ja haben.

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