Der Architekt: El Halimi baut Baumberg um

Fußball : Fußballer in der Region starten in die neue Saison

In der Oberliga kommt es zum Auftakt zu Duellen zwischen Baumberg und Ratingen sowie Hilden und Monheim.

Niemand weiß etwas Genaues. Da geht es dem Fußball-Oberligisten Sportfreunde Baumberg so ähnlich wie vielen anderen Mannschaften. Dabei muss Trainer Salah El Halimi erst einmal mit einer „Altlast“ kämpfen. In der vergangenen Saison, als der Rückkehrer (nach Fußball-Pause) höchstens hin und wieder als Zuschauer da war, belegte Baumberg den zweiten Tabellenplatz – was zwar dem hohen spielerischen Potenzial der Mannschaft entsprach, aber möglicherweise übertriebene bis falsche Erwartungen weckt. „Sich daran zu orientieren, ist gefährlich“, hatte der neue/alte SFB-Coach schon am Anfang der Vorbereitung betont. Mit der Festlegung eines konkreten Saisonziels tut er sich weiter schwer: „Wir wollen uns entwickeln und weiter in der Oberliga etablieren. Den Leuten soll es Spaß machen, uns zu sehen.“

El Halimi legt sich sogar fest, dass für die Sportfreunde diesmal kein Top-Ergebnis herauskommt: „Die ersten fünf Plätze sind für mich vergeben. Es ist der Wahnsinn, was manche gemacht haben.“ Zu den aus seiner Sicht über den anderen thronenden Klubs gehören etwa der Regionalliga-Absteiger SV Straelen und der Vorjahresdritte 1. FC Bocholt. Wo die Baumberger eventuell einzuordnen sind, dürfte der Saisonstart am Sonntag (15 Uhr, Sandstraße) zeigen, denn es geht gegen den Kreisrivalen Ratingen 04/19. Das Duell mit dem Sechsten der vergangenen Serie ist sportlich reizvoll und atmosphärisch belastet. „Wir haben versucht, das Spiel auf Samstag vorzuziehen“, sagt El Halimi, „das hat Ratingen abgelehnt. Darüber bin ich enttäuscht.“

Grund für den Wunsch der Hausherren: Am Sonntag beginnt das islamische Zuckerfest (türkisch Bayram/marokkanisch Eid). „Der erste Tag ist unser größter Feiertag“, erklärt der SFB-Trainer mit marokkanischen Wurzeln, der als Familienmensch gilt – und sich deshalb vor gut einem Jahr entschlossen hatte, eine Fußball-Pause einzulegen.

Als Trainer ist Salah El Halimi gerade damit beschäftigt, den Umbau der Mannschaft einzuleiten – wie damals, als er nach dem Abstieg in die Landesliga vieles verändert hat. Zuletzt standen in der ersten Runde des Niederrheinpokals (9:0 beim Landesligisten VfB Speldorf) fünf zum Teil sehr junge Neuzugänge im Team. Manches spricht dafür, dass es gegen Ratingen vergleichbare viele sein werden, zumal die personelle Lage besser sein könnte. Vorne fehlt zum Beispiel weiter Dominik Oehlers und hinten liegt Lukas Fedler ebenso auf Eis wie Torhüter Daniel Schwabke (alle verletzt). Kapitän Ivan Pusic ist zwar aus dem Urlaub zurück, war anschließend aber beruflich stark eingespannt.

Als Nummer eins für Schwabke rückt nicht etwa die bisherige Nummer zwei zwischen die Pfosten, denn Tayfun Altin wird überhaupt nicht mehr für Baumberg spielen (zum Cronenberger SC). Salah El Halimi vertraut vielmehr dem jungen Jannik Hinsenkamp (19), der vom FSV Duisburg an die Sandstraße gewechselt ist. Ratingen wird aber nicht nur für den talentierten Keeper zur Bewährungsprobe, sondern für alle Baum­berger. mid

Ratinger erwischen im Pokal guten Start in die Pflichtspiele

Mit dem 5:0-Kantersieg bei der SG Kupferdreh-Byfang (Bezirksliga) in der ersten Runde des Niederrheinpokals gelang dem Fußball-Oberligisten Ratingen 04/19 am vergangenen Wochenende ein guter Pflichtspiel-Auftakt. Zum Start in die Meisterschaft will das Team von Trainer Alfonso del Cueto bei den Sportfreunden Baumberg nachlegen (Sonntag, 15 Uhr). Doch ein Blick in die Statistikzeigt, dass die Ratinger seit fünf Jahren auf einen Auftaktsieg in der Liga warten. „Seitdem ich hier bin, habe ich immer fast einen Fehlstart erlebt“, sagt Stammtorhüter Dennis Raschka.

Seit 2014 hütet Raschka das Tor von 04/19 und er durfte bisher nur einmal in den Genuss eines Sieges am ersten Spieltag kommen. Zum Auftakt der Saison 2014/15 bezwang Ratingen den VfB 03 Hilden knapp mit 3:2. In den darauffolgenden Jahren reichte es für den RSV nie für einen Sieg zum Liga-Auftakt. „Dieses Mal müssen wir mal wieder gut starten und möglichst einen Sieg holen“, fordert Raschka.

Für seinen Trainer del Cueto zählen solche Statistiken indes nicht. „Viele Spieler waren ja überhaupt nicht dabei. Außerdem reißt irgendwann jede Serie“, erklärt der Cheftrainer gewohnt entspannt, „wir haben jetzt zwölf neue Spieler, die alle motiviert sind. Und diejenigen, die in den letzten Jahren und vor allem letzte Saison dabei waren, müssen das aus ihren Köpfen bekommen, das wir zuletzt immer einen Fehlstart hingelegt haben.“

Gegen die Sportfreunde dürfte die Mission Auftaktsieg trotzdem schwierig werden. Die Mannschaft von Trainer Salah El Halimi schoss sich im Pokal mit 9:0 beim VfB Speldorf warm. Außerdem erreichten die Sportfreunde in der vergangenen Saison den zweiten Tabellenplatz. Ratingens Coach zeigt sich vor dem ersten Auswärtsspiel der Saison gewarnt: „Die haben eine sehr gute Truppe. Die waren letztes Jahr Zweiter und das nicht ohne Grund. Und Sonntag haben die sich eingeschossen.“

In der vergangenen Saison waren die Baumberger der Spielverderber und blieben gegen 04/19 zweimal ungeschlagen. Am zweiten September des vergangenen Jahres gewann Baumberg mit 3:2 in Ratingen, beim vom Winde verwehten Rückspiel im März kamen beide Mannschaften nicht über ein 0:0 hinaus. Trainer del Cueto sieht Siegchancen: „Die Ergebnisse gehören der Vergangenheit an. Außerdem befinden sich alle Teams noch in einer Findungsphase und die Vorbereitung ist längst nicht abgeschlossen. Und wer weiß, vielleicht unterschätzen sie uns ja nach ihrem 9:0-Sieg.“

Ein Erfolgsrezept hat sich der Spanier jedenfalls schon ausgedacht: „Wir müssen selbstbewusst auftreten und dürfen keine Angst haben. Dann haben wir eine Chance. Wir werden auf jeden Fall positiv in die Saison gehen und gut starten.“ Der Haken: Baumberg wird das aus seiner Sicht nicht unbedingt zulassen wollen. cda

Erste Partien werden Wert der Hildener Vorbereitung zeigen

Kurz vor dem Start der Fußball-Oberliga präsentiert sich Marc Bach selbstbewusst. „Wir sind sehr zufrieden mit der Vorbereitung, wollen die Form konservieren und den Schwung mitnehmen“, sagt der Trainer des VfB 03 vor der Auftaktpartie gegen den 1. FC Monheim. Der deklassierende 11:1-Erfolg beim Bezirksligisten SV Fortuna Bottrop in der ersten Runde des Niederrheinpokals trägt sicher zum Optimismus bei, gleichwohl betont der Coach: „Wir dürfen das nicht zu hoch bewerten. Der Gegner hat sich nach dem klaren Rückstand bei den hohen Temperaturen schon etwas aufgegeben. Aber wir haben es auch durchgezogen.“

Die Hildener scheinen also gerüstet für die ersten drei Begegnungen – denn wieder einmal startet die Liga gleich mit einer englischen Woche. Und die ersten drei Partien zeugen allesamt von individueller Brisanz, handelt es sich doch um reizvolle Derbys gegen den 1. FC Monheim, Ratingen 04/19 und die Sportfreunde Baumberg. „Da wird sich zeigen, was die Vorbereitung wert war“, erklärt Bach. Und schiebt mit Blick auf den Auftaktgegner Monheim hinterher: „Das ist ein ganz anderes Kaliber.“ Für den VfB-Coach hat das Lokalduell noch seinen ganz eigenen Reiz, denn mit FCM-Trainer Dennis Ruess ist er gut befreundet.

Nicht nur deshalb macht Bach vor dem Heimspiel am Sonntag aus seinen Gedankenspielen zur Startformation noch ein Geheimnis und verweist lieber auf die „sehr gute Qualität in der Offensive“ des Gegners. „Es hängt davon ab, wie sie es angehen“, sagt Bach und ergänzt: „Sobald wir die Aufstellung haben, wissen wir, was die anderen vorhaben.“ Mit kleinen taktischen Kniffen könne das Hildener Trainergespann dann noch reagieren. „Vielleicht machen wir doch etwas Überraschendes. Aber das wird Dennis genauso versuchen.“

Letztlich ist die Torwartfrage im VfB-Team ebenso noch offen wie die Formation in der Innenverteidigung oder die Job-Verteilung im Mittelfeld. Sicher ist laut Bach nur: David Szewzcyck, der in den vergangenen Trainingswochen und in den Testspielen einen glänzenden Eindruck hinterließ, soll hier eine tragende Rolle bekommen. Dazu formuliert Bach klare Wünsche: „Wir wollen die Form aus der Vorbereitung mitnehmen und am liebsten drei Punkte holen. Hoffentlich kommen viele Zuschauer, damit wir eine gute Stimmung haben.“

Dennis Lichtenwimmer, der nach eigener Aussage seit Februar als Sportlicher Leiter des VfB 03 agiert und „die Kaderplanung vorantreiben durfte“, hält in puncto Saisonziel den Ball eher flach. „In erster Linie wollen wir den Klassenerhalt schaffen. Wenn es Platz zehn oder sogar einstellig wird, dann können wir von einer sehr guten Saison sprechen.“

Lichtenwimmer betont: „Wenn man auf unseren Etat schaut, dann ist es nicht einfach, Talente aus Düsseldorf, Wuppertal oder Solingen zu bekommen. Die anderen Vereine haben einen fast doppelt so hohen Etat.“ Der Sportliche Leiter nennt den eigenen Kader aber „absolut konkurrenzfähig, das haben wir in der vergangenen Saison gesehen“. bs

Monheimer brennen auf den Beginn der Meisterschaft

Nach über einem Monat intensiver Vorbereitung steht für den FC Monheim am Sonntag mit dem Auftritt beim VfB Hilden der Start in die Meisterschaft auf dem Programm. Und wie die Vorfreude steigt beim Team von Trainer Dennis Ruess auch die Anspannung: „Die Vorbereitung ist wichtig, um die Jungs auf ein gutes körperliches Level zu bringen, sie zusammenzuführen und Erkenntnisse zu sammeln. Aber dann ist es auch wichtig, dass die Vorbereitung vorbei ist und dass es losgeht. Die Meisterschaft ist etwas anderes, was die Spannung angeht. Das hat man schon am Dienstag beim Training gemerkt.“

Insgesamt sieht Ruess seine Mannschaft gut präpariert für den Auftakt – was unter anderem daran liegt, dass der FCM von schweren Verletzungen weitgehend verschont wurde. „Das Gros der Jungs haben wir auf dem Level, auf dem wir sie haben wollen“, sagt Ruess.

In der neuen Saison ist also wieder mit dem FCM zu rechnen – obwohl die Latte schon weit oben liegt: Das Team schloss die vergangene Saison als Vierter ab und zog zudem im Niederrheinpokal ins Halbfinale ein. Dementsprechend vorsichtig müsse man sein mit dem Anspruch, diese Ergebnisse etwa toppen zu wollen, findet Ruess. Generell wolle seine Mannschaft allerdings versuchen, das zu bestätigen, was sie damals angeboten habe. „Die Liga ist jetzt aber ungleich schwerer. Die anderen Mannschaften haben ordentlich zugelangt, das ist gehobene Güteklasse“, meint der Monheimer Trainer, „von daher geht es für uns weiterhin darum, uns zu etablieren. Wir haben jetzt zwei gute Jahre gespielt und ich glaube, dass wir uns erneut gut positionieren können. Wichtig ist vor allem, auf dem Boden zu bleiben, schließlich gab es in den letzten Jahren immer wieder Mannschaften, die angreifen wollten – und sich auf einmal in der Landesliga wiederfanden.“

Die kommende Partie gegen Hilden ist für den Monheimer Coach gleich eine besondere, denn beim VfB sitzt sein guter Freund Marc Bach auf der Trainerbank. Hilden ging in der abgelaufenen Saison als Zehnter durchs Ziel und erzielte in der jüngsten Vorbereitung ebenfalls überzeugende Ergebnisse. Weil beide Übungsleiter die jeweils andere Mannschaft durch den regen Kontakt ziemlich gut kennen, ist Kreativität gefragt. „Wir werden sehen, ob jemand eine Idee hat und den anderen überraschen kann. Unser Plan ist auf jeden Fall, nicht mit leeren Händen zurückkommen. Dafür werden wir uns sicherlich das eine oder andere einfallen lassen“, betont Ruess.

Personell sieht es beim FCM nicht schlecht aus: Mit Sicherheit fallen nur Mark Schiffer (Mittelfußbruch) und Pascal Lieto (Knochenhaut-Reizung). Der Einsatz aus der angeschlagenen Bora Gümüs, Tim Kosmala und Robert Norf ist noch nicht gesichert. mroe

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