Billard-Team des BC Hilden ist neuer Deutscher Mehrkampf-Meister

Billard : BC Hilden setzt sich in der Bundesliga die Krone auf

Nach zwölf Jahren bejubelte die Mehrkampf-Mannschaft im Billard wieder die Deutsche Meisterschaft.

Der BC Hilden machte vor wenigen Tagen die Überraschung in der Billard-Bundesliga perfekt. Ausgerechnet am letzten Doppel-Spieltag kam es im Mannschaftsmehrkampf zum direkten Duell mit Spitzenreiter DBC Bochum. Wieder einmal zeigte sich, dass dem Erzrivalen die Tische im Vereinsheim des BCH an der Richrather Straße nicht liegen. Und das Hildener Trio nutzte die günstige Gelegenheit, mit einem 4:2-Sieg über den Titel-Konkurrenten die Tabellenführung zu erobern. Dabei fing die Begegnung für die Gastgeber nicht so gut an. Denn bei Thomas Wildförster, dem erfahrenen Mann im Einband, lief es an diesem Tag gegen Ludger Havlik nicht wirklich rund (51:100 Bälle in 20 Aufnahmen).

Danach gingen die Cadre-Spezialisten parallel ans Werk. Maarten Janssen traf im Cadre 71/2 auf den früheren Europameister Thomas Nockemann. Eine Paarung, die bei den Gastgebern Hoffnungen weckte. Letztlich setze sich Janssen in neun Aufnahmen mit 150:111 Bällen gegen das Bochumer Cadre-Ass durch. Einem Coup kam das allerdings nicht gleich, denn der Belgier baute mit dem Erfolg seine Serie gegen Nockemann auf sieben Siege in acht Partien aus. 

Der Belgier Maarten Janssen hält dem BCH bereits seit zehn Jahren die Treue. „Ein Pfundskerl“, sagt Routinier Thomas Wildförster. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Spieler waren nur darauf bedacht, die Bälle taktisch gut zu verteilen

Als Janssen seine Partie beendete, tobte am anderen Tisch eine Nervenschlacht. Markus Melerski und Thomas Berger waren in den letzten Zügen des Duells im Cadre 47/2 nur noch darauf bedacht, die Bälle taktisch gut zu verteilen. In 18 Aufnahmen hatte der Hildener mit 200:182 Bällen am Ende die Nase vorn.

Mit dem Erfolg über den DBC Bochum übernahmen die Gastgeber die Tabellenspitze, doch zum Jubeln gab es noch keinen Anlass, denn am letzten Spieltag war mindestens ein Unentschieden gegen den Vierten ABC Merklinde vonnöten, um den Titelgewinn perfekt zu machen. Bei einer Niederlage der Hildener hätte Bochum mit einem Sieg nach Punkten gleichziehen können und wäre aufgrund der besseren Partie-Punkte wieder auf Rang eins geklettert. Das vermochte das BCH-Trio jedoch eindrucksvoll zu verhindern. Allen voran Thomas Wildförster, der diesmal im Einband glänzend auftrumpfte, seine Saisonhöchstserie von 70 Bällen schaffte und damit Rainer Stecken mit 100:30 Bällen in 13 Aufnahmen klar in die Schranken wies. Damit war der Weg geebnet für seine Kollegen. Markus Melerski besiegte im Cadre 47/2 Christian Pöther mit 200:164 Bällen in elf Aufnahmen, während Maarten Janssen im Cadre 71/2 mit 150:129 Bällen in zehn Aufnahmen die Oberhand über Ferry Jong behielt.

Nach dem letzten Stoß auf dem Billardtisch war der Jubel im Lager der Hausherren groß. Zwölf Jahre nach dem letzten Titelgewinn setzten sich die Hildener wieder die Krone im Mannschaftsmehrkampf auf. Dabei profitierten sie auch davon, dass es in dieser Saison erstmals keine Play-offs mehr gibt – und dass sie den letzten Doppel-Spieltag an den heimischen Tischen absolvieren konnten. Thomas Wildförster nennt weitere Gründe: „Die Harmonie in der Mannschaft ist auch ein Grundstein des Erfolgs, aber auch die Geschlossenheit.“ Denn neben Wildförster, Melerski und Janssen zählen noch Dieter Großjung (Einband) sowie die Cadre-Experten Friedel Wüsthoff und der Holländer Wiel van Gemert zum Team. „Wenn einer ausgefallen ist, hatten wir gar keine Not, denn wir konnten immer eine starke Mannschaft stellen“, betont Wildförster. Eine große Feier gab es tatsächlich noch nicht – die Entwicklung im Saisonfinale kam dann doch etwas überraschend.

Mehr von Westdeutsche Zeitung