Beachsoccer am Unterbacher See

Beachsoccer : Die Royals stehen mit einem Bein im Finale

Am Unterbacher See kämpfen die Beach Royals als Gastgeber um den Einzug in die Final-Four-Runde der Deutschen Beachsoccer-Liga.

Der Geruch von Sonnenmilch liegt in der Luft. Ein Hauch Urlaubsstimmung weht über das Beachsoccer-Feld am Südstrand des Unterbacher Sees. Der Nervenkitzel ist trotzdem zu spüren: Alle 14 Teams der Deutschen Beachsoccer-Liga finden sich ein, um die finalen Begegnungen in dieser Saison auszuspielen. Es geht um den Einzug der besten vier Mannschaften ins Finale. Vorne mit dabei ist der Gastgeber, die Beach Royals aus Düsseldorf.

Die Anspannung wollen sie sich nicht anmerken lassen, doch sie ist da. Diesmal wollen sie es wirklich wissen. Zweimal standen die Royals bereits kurz vor dem Einzug ins Final Four. Beim dritten Mal soll es endlich gelingen. Die Begegnung gegen den Wuppertaler SV endet mit 5:1 für die Gastgeber. Nun steht ein noch härterer Kontrahent an. „An Ibbenbüren sind wir vor dem letzten Finale knapp gescheitert“, erinnert sich Oliver Romrig. Er ist Mitspieler, Trainer und Manager in Personalunion, „und eigentlich Mädchen für alles“, gesteht der 37-Jährige und lacht.

Zuschauer fachsimpeln über Düsseldorf und Ibbenbüren

Der Kader der Royals ist gut bestückt, elf von insgesamt zwölf Männer zwischen 16 und 37 Jahren stehen bereit, um gegen Ibbenbüren aufzutrumpfen. „Düsseldorf hat in dieser Saison eine starke Truppe“, sagt ein junger Mann auf der Tribüne, der mit seinem Sitznachbarn über die anstehende Begegnung fachsimpelt. Der entgegnet: „Ja, aber Ibbenbüren ist immer Meisterkandidat.“ „Mag sein“, erwidert der erste erneut, „aber Düsseldorf ist diesmal ziemlich kompakt.“

Es geht hart zur Sache, als die Partie angepfiffen wird. Körperbetont, zum Teil aggressiv, schnell und wendig. Zwölf Minuten pro Drittel dauert das Aufeinandertreffen. Nach den ersten fünf Minuten des ersten Drittels wird nach einem Foul der erste Freistoß zugunsten der Royals gepfiffen. David Hoeveler tritt als Vollstrecker an. Er legt sich den Ball im Sand zurecht, tritt einige Schritte zurück. Er läuft an und zwirbelt das Spielgerät mit Schmackes ins Tor. Unhaltbar. 1:0 für die Royals. Die Menge auf der Tribüne jubelt.

Der Konter kommt keine zwei Minuten später: Sebastian Schier verwandelt einen wunderschönen Fallrückzieher in einen krachenden Treffer. 1:1. Die Anspannung steigt, die Zweikämpfe werden härter. Den Ball über den Platz zu wuchten, ist gar nicht so einfach. Der Sand hindert die Kugel daran zu rollen. Immer wieder schaufeln sich die Jungs den Ball mit dem Fuß in die Luft, der Sand wirbelt mit. Steile Pässe und verblüffende Tricks folgen. Das erste Drittel wird abgepfiffen.

Die Spieler nehmen einen kräftigen Schluck aus der Trinkflasche, die Zuschauer atmen auf. Nach drei Minuten geht es weiter und das Spiel ist spannungsgeladen. So sehr, dass der Schiri, nach wiederholten Fouls von Ibbenbürens Nummer 13, Kapitän Sascha Weirauch am Düsseldorfer Romrig, die gelbe Karte zückt. Freistoß für die Royals in der fünften Minute des zweiten Drittels. Romrig tritt nach dem harten Foul selbst an. Die Zuschauer fiebern mit und feuern ihn an. „Olli, du machst das“, ruft ein Fan. Romrig legt sich den Ball zurecht. Der Schiri pfeift an und der Teammanager schießt das Runde mit voller Wucht ins Eckige. Jubel bricht aus. 2:1.

Drei Minuten später markiert Marcel Novak das 3:1 für die Gastgeber. Die Ibbenbürener reiben sich untereinander auf: „Jetzt konzentriert euch mal“, ruft ein Spieler im grauen Trikot, sichtlich genervt vom Auftritt seiner Mannschaft. Der Schiri pfeift ab. Die Jungs ziehen sich für drei Minuten zurück.

Von der gegenüberliegenden Seite ist nur zu erkennen, wie Romrig immer wieder in die Hände klatscht. Er feuert seine Mannschaft an. Pressing ist angesagt. Im letzten Teil der Partie kämpft Ibbenbüren, versucht zu kontern, schießt aus allen Lagen aufs royale Gehäuse – ohne Erfolg. Royals-Torwart Marius Ebener trumpft mit Glanzparaden auf. Ein letzter Freistoß, eine Minute vor Abpfiff, entscheidet die Partie. Joscha Metzler trifft für die Royals zum 4:1. Die Düsseldorfer haben es an die Tabellenspitze geschafft. Das Final Four ist zum Greifen nah.

„Wir haben erwartet, dass das Spiel intensiv wird“, erklärt Romrig nach der Begegnung. „Das ist normal bei einem Top-Spiel.“ Insgeheim habe er mit dem Sieg gerechnet. „Wir sind auf einem guten Level, um über 36 Minuten lang eine hohe Intensität beizubehalten“, beurteilt der Spielertrainer. „Wir hoffen, dass es diesmal mit dem Finale klappt.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung