Aufsteiger HSG Adler Haan geht neue Wege

Handball : HSG Adler Haan steht vor riesiger Herausforderung

Die Handballerinnen müssen für die Nordrheinliga neue Wege gehen. Der Cheftrainer holt sich Verstärkung.

In den vergangenen Jahren schrieb die erste Damenmannschaft der HSG Adler Haan eine lange Erfolgsgeschichte. Mit vier Aufstiegen in Folge stießen die Haanerinnen von der Bezirks- bis in die Nordrheinliga vor. Trainer André Wernicke, der seit vielen Jahren für die sportlichen Geschicke verantwortlich ist, freut sich über diese tolle Entwicklung: „Die Oberliga war immer unser Ziel. Dass wir jetzt in der Regionalliga antreten können, ist für uns eine große Sache.“ Dabei besteht der Großteil des Kaders aus reinen Eigengewächsen oder Spielerinnen mit einer Haaner Vergangenheit, die Wernicke bereits in der Jugend über mehrere Jahre trainiert und ausgebildet hat.

„Uns zeichnet eine große mannschaftliche Geschlossenheit aus. Die Mädels fühlen sich im Verein sehr wohl“, beschreibt der Coach den Teamspirit seiner jungen Mannschaft und nennt deren Stärken: „Über Schnelligkeit und ein gutes Umschaltspiel sind wir in der Vergangenheit zu vielen einfachen Toren gekommen.“ Um auch in der Nordrheinliga erfolgreich agieren zu können, will der Coach seiner Mannschaft ein neues spielerisches Gesicht geben. Besonders die Defensive soll deutlich offensiver ausgerichtet werden.

Seit Ende Juni befindet sich das Team in der Saisonvorbereitung. Drei bis viermal in der Woche bittet Wernicke seine Mannschaft zum Training und hat sich besonders für die Abwehrarbeit personelle Verstärkung hinzugezogen. Günter Knippert leitet einzelne Übungseinheiten unter der Woche und beschreibt sich selbst als „Supporter“ der Mannschaft. Auch der erfahrene Ex-Bundesligatrainer Dieter Trippen soll im Laufe der Saison Einheiten bei der HSG Adler Haan übernehmen.

„André und ich sind seit vielen Jahren Freunde. Wir freuen uns beide sehr auf die enge Zusammenarbeit und ich hoffe, dass wir ihm gemeinsam helfen können.“ Dabei setzt Knippert seinen Fokus in der Trainingsarbeit auf die individuelle Abwehrarbeit, um den Haanerinnen offensive Abwehrformationen nahezu bringen. „Körperlich unterlegene, aber schnell agierende Mannschaften haben in einer 3-2-1- oder gar 4-1-1-Defensive viele Möglichkeiten, den Gegner unter Druck zu setzen“, weiß der erfahrene dreifache Familienvater, der sein Fachwissen bereits unterschiedlichen Vereinen in Form von Workshops zur Verfügung gestellt hat. Um die junge Mannschaft an die bevorstehende körperliche Härte zu gewöhnen, testen die Adlerinnen gegen die Drittligamannschaften des 1. FC Köln sowie der Reserve von Bayer Leverkusen.

Trotz der intensiven und akribischen Vorbereitung sind sich Knipper und Wernicke einig: „Der Klassenerhalt kann nur unser Ziel sein – und das wird sehr schwer.“ Dafür konnte Christina Borutta von der GSG Duisburg mit Nordrheinliga-Erfahrung verpflichtet werden. Ebenso wird die A-Jugendliche Irinia Bob zum Kader gehören. Die Abgänge Sharon Gehde (TB Wülfrath II), Lisa Rohde (Fortuna Düsseldorf II), Jana Ketzberg und Jelena Krolo (beide aus Studiengründen) sowie Corinna Hoppe (Handballpause) stehen bereits fest.

Als Vorbild für eine erfolgreiche Saison könnten sich die Haanerinnen den Auftaktgegner am 14. September zum Start in die neue Saison nehmen: Der HC Weiden sorgte in der letzten Saison als Aufsteiger in der Nordrheinliga für Furore und erzielte einen beachtlichen vierten Tabellenplatz. „Ich hätte nichts dagegen“, sagt André Wernicke schmunzelnd und nennt den Lokalrivalen TB Wülfrath sowie den HC Gelpe/Strombach und Drittligaabsteiger TSV Bonn als Favoriten auf die Meisterschaft.

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