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Zusätzliche Wassersäcke für die Bäume

Ratingen : Wassersäcke für Bäume haben sich bewährt

Der Test zur Bewässerung der Ratinger Straßenbäume war ein Erfolg. Die Stadt schafft nun noch mehr solcher Säcke an.

Die vergangenen heißen und trockenen Sommer haben in Ratingen den Straßenbäumen zugesetzt. Ununterbrochen waren städtische Mitarbeiter im Einsatz, um die Bäume zu bewässern.

Testweise kamen dabei auch 75 Bewässerungssäcke zum Einsatz. Und dieser Test, so die Verwaltung „war erfolgreich und wird weiter fortgeführt“. Zudem wird die Stadt bis zu zehn Bewässerungskränze (ähnliches Prinzip wie die Bewässerungssäcke) einsetzen.

Die 75 Wassersäcke wurden an 75 Jungbäumen Stadtgebiet eingesetzt. Hierbei wurden rund 75 Liter Wasser pro Baum pro Woche verbraucht. An den besonders heißen Tagen über 30 Grad wurde zweimal pro Woche nachgefüllt.

Straßenbäume sind nicht vertrocknet, litten aber dennoch

Straßenbäume seien im vergangen Sommer nicht direkt vertrocknet. Allerdings litten die Bäume unter dem Trockenstress und seien in ihrer Vitalität und der damit verbundenen Resistenz gegen weiteren Stress wie zum Beispiel Schädlinge, Trockenheit, Frost, stark beeinträchtigt. „Bäume, die absterben, werden – wenn der Standort geeignet ist - immer nachgepflanzt“, teilt das Amt für Stadtgrün auf Anfrage mit.

Um besser für künftige Trockenperioden gerüstet zu sein, hat die Verwaltung nun eine Vorlage erarbeitet. Darin stellt sie fest, dass die Region Ratingen wassertechnisch noch gut da stehe. „Die Wassermengen haben im urbanen Bereich durchaus ausgereicht. Allerdings sind die Böden in einer Tiefe ab etwa 1,50 Metern immer noch sehr trocken. Dies ist für große Wald- und Parkbäume ein Problem, da diese besonders auf Kapillar- und Schichtenwasser angewiesen sind.“ Um dort die notwendige Feuchtigkeit zu erreichen, müsste es mehrere Wochen leicht regnen, damit das Wasser in den Boden eindringen kann und nicht durch die Kanäle oberflächig abgeleitet wird.

Als Folge des Klimawandels werde eine Tendenz zu mehr und zu längeren Trockenphasen erwartet. Besonders Stadtbäume an ihren ohnehin schon extremen Standorten würden deshalb zukünftig immer häufiger durch die sich verändernden klimatischen Bedingungen in Stress geraten, was sie auch anfälliger für Schädlinge und Krankheitserreger werden lässt. Insgesamt erhöhe sich daher die Gefahr, dass die Bäume in ihrer Vitalität geschwächt werden oder sogar gefällt werden müssen und deshalb ihrer wichtigen Funktion in der Stadt nicht mehr nachkommen können. Bei der künftigen Auswahl von geeigneten Baumarten seien deshalb sehr viele Faktoren zu berücksichtigen. Die Forschung sei sich jedoch einig, dass die Trockenheitstoleranz von Baumarten bei der Anpassung an den Klimawandel ein zentrales Auswahlkriterium für Stadtbäume darstellt.

Im Rückblick zeichnet sich laut Verwaltung seit den 70er Jahren bereits ein Trend zur Zunahme sogenannter „heißer Tage“ ab, an denen der Höchstwert der Temperatur 30 Grad oder mehr beträgt. In „Tropennächten“ sinken die Temperaturen nicht unter 20 Grad, eine nächtliche Erholung sei dann insbesondere nach sehr heißen Tagen eingeschränkt.