Weihnachtsmarkt-Bilanz fällt positiv aus

Ratingen : Budenbesitzer sind zufrieden

Das Wetter und die Optik sorgen auf dem Ratinger Weihnachtsmarkt für Besucherzulauf.

Vom prognostizierten Extrem-Winter mit eisiger Kälte und nassem Schneematsch ist auch auf dem Ratinger Weihnachtsmarkt noch nichts zu spüren. „Gut so“, sagt Organisator Harry Bruch, „Schnee ist nur im Fernsehen schön.“ Für den Weihnachtsmarkt sei Schnee nämlich gar nicht so vorteilhaft. „Die Leute kommen weder bei Regen noch bei eisiger Kälte“, resümiert er seine langjährige Erfahrung. Trocken muss es sein, um die Besucher in der gemütlichen Vorweihnachtszeit von ihren Sofas zu holen. Und das war es bis jetzt: „Wir hatten nur zwei Regentage. Dementsprechend läuft es ganz gut.“

Dass der Weihnachtsmarkt in diesem Jahr so gut besucht ist, hängt für den Organisator aber nicht allein vom Wetter ab. Auch die Optik sei ein wichtiger Faktor. In diesem Jahr hat sich die Familie Bruch bei der Gestaltung noch mehr Mühe gegeben als in den vergangenen Jahren. 150 illuminierte Tannen sind auf dem Platz verteilt, die Kerzen im Eingangsbereich wurden neu arrangiert, und neue Schlitten wurden aufgebaut. „Viele Besucher haben mir gesagt, dass es dieses Mal besonders schön aussieht und, dass sie deswegen kommen“, so Bruch. Auch bei der Organisation der Veranstaltungen haben sich die Bruchs ins Zeug gelegt. „Wir versuchen, sowohl Frauen, Männer als auch Kinder anzusprechen.“ Ladies Night, Puppentheater und Bühnenshows würden für hohe Besucherzahlen sorgen – auch unabhängig vom Wetter.

Jürgen Pawlik bekommt vom wetterbedingten Besucherrückgang nicht viel mit. Seit 22 Jahren verkaufen er und sein Sohn Sascha Waffeln und Gebäck, 90 Prozent seiner Käufer sind Stammkunden. „Natürlich läuft es manchen Jahren besser und in anderen schlechter, aber das balanciert sich immer aus.“ Mit dem jetzigen Geschäft ist er zufrieden, „ein gutes Jahr“, sagt er, während er einer neuen Kundin vier Tüten Kekse verkauft. Sie sei hier noch nie gewesen, habe aber gehört, dass das Spritzgebäck besonders gut sein soll. „Mundpropaganda ist das A und O“, sagt Pawlik. In diesem Jahr würden besonders viele Besucher aus Düsseldorf, Köln und Bocholt vorbeischauen, um sich einen Vorrat an Keksen zuzulegen oder sie an Verwandte nach Amerika und Australien zu verschicken.

Dass auch viele internationale Besucher auf den Weihnachtsmarkt kommen, ist Ina Gawor aufgefallen. Ihren Flammkuchen verkauft sie nicht nur an deutsche Besucher, sondern auch an Holländer und Briten, die von der elsässischen Spezialität begeistert sind. Am Wochenende sei der Andrang groß. „Es läuft ganz gut bis jetzt, das Wetter hat aber auch mitgespielt“, sagt sie.

Das erste Mal dabei ist Maler Talant Chekirov. In einem kleinen Zelt hat er seine Staffelei aufgebaut und zeichnet Portraits. Normalerweise stellt er sich im Sommer auf Stadtfeste, doch das Weihnachtsmarktgeschäft erweist sich als lukrativ: „Es könnte zwar immer mehr sein, aber im Großen und Ganzen bin ich ganz zufrieden“, sagt er. Er habe nicht damit gerechnet, dass so viele Besucher sich von ihm malen lassen. „Portraits kann man gut zu Weihnachten verschenken“, sagt er, und just in dem Moment kommt der nächste Kunde in sein Zelt. Es ist Harry Bruch, der das Portrait seines verstorbenen Hundes Simba abholen möchte. „Sieht super aus“, sagt er und weist auf einen weiteren Grund hin, warum es in diesem Jahr so rund läuft: „Wir haben ein tolles und vielfältiges Angebot
zusammengestellt.“