Verschlossenes Tor: Weiter Gerangel um Sportplatz an der Talstraße

Verschlossenes Tor: Weiter Gerangel um Sportplatz an der Talstraße

Die alte Anlage an der Talstraße blieb nach einer Veranstaltung versehentlich zu.

Ratingen. Erinnert sich noch jemand an die Diskussion um die geplante Wohnbebauung auf dem schon seit Jahren nicht mehr genutzten Sportplatz an der Talstraße? Bei einer Bürgerversammlung stellte die Stadt Ratingen im Februar ihre ersten Entwürfe vor und erhoffte sich im Rahmen der Bürgerbeteiligung Anregungen und Änderungswünsche.

Doch das Angebot, über die Pläne im Detail zu reden, wurde nicht angenommen: Stattdessen schlug der Verwaltungsspitze blanke Ablehnung entgegen. Die direkten Anwohner wollten sich nicht für das Bauprojekt mit Mehrfamilienhäusern, Kindergarten und auch bezahlbaren Wohnraum begeistern. Stattdessen verwiesen sie auf die Notwendigkeit eines Sportplatzes in diesem Stadtteil.

Der Platz an der Talstraße gammelt zwar schon seit Jahren ungenutzt vor sich hin, und auch beim Sportamt sind keine Wünsche nach Nutzung zum Beispiel durch Thekenmannschaften bekannt — aber die Stadt kam dem Wunsch gerne nach: Schon am nächsten Tag wurde die Anlage aufgeschlossen. Inwieweit der Platz in der Folge tatsächlich mehr oder weniger regelmäßig genutzt wurde, ist nicht bekannt.

Jens Müller hat aber etwas beobachtet: „Nun ist aber aufgefallen, dass seit einiger Zeit das Tor zum Sportplatz Talstraße mit einem Vorhängeschloss abgeschlossen ist. Es hieß doch, so lange nicht gebaut wird, dürfte jeder den Sportplatz nutzen.“ Er fragt sich, ob also demnächst die Bagger anrücken? Tatsächlich war die Tür neben dem Umkleidehaus verschlossen. Ein recht neues Vorhängeschloss mit Kette verwehrte den Zugang. Auf der anderen Seite, an der Straße An der Lilie, stand am Donnerstag das große Tor sperrangelweit offen.

Die Stadtverwaltung erklärt dazu: „Der Sportplatz war für eine größere schulische Veranstaltung verschlossen worden. Versehentlich hat man danach vergessen, die Anlage wieder zu öffnen. Die Öffnung wird veranlasst.“ Und wie wird die Anlage überhaupt genutzt? Dazu Ulrike Trimborn von der Pressestelle der Stadtverwaltung: „Eine Aussage über die tatsächliche Nutzung der Anlage ist leider nicht möglich, da kein Platzwart vor Ort ist.“

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