Verkehr fließt störungsfrei trotz Sperrung der Ruhrtalbrücke

Verkehr fließt störungsfrei trotz Sperrung der Ruhrtalbrücke

Am ersten Tag der Bauarbeiten an der A 52 sind die großen Staus auf den Nebenstrecken ausgeblieben.

Breitscheid. Tag eins der Sperrung der Ruhrtalbrücke der A 52: Das befürchtete Verkehrschaos im Ratinger Norden ist am Montag ausgeblieben. Auf den Umleitungsstrecken über A 3 und A 40 gab es zum Teil kilometerlange Staus. Auf den innerstädtischen Straßen nach Kettwig, wo es wieder auf die A 52 geht, herrschte vor allem in den Morgenstunden zwar starker, aber nicht chaotischer Verkehr. Im Laufe des Vormittags gab es nur auf den attraktivsten Verbindungen noch deutlich mehr Verkehr als bisher.

„Wir haben keine besonderen verkehrslenkenden Maßnahmen unternommen“, sagte Barbara Arndt, Leiterin des Ratinger Ordnungsamtes. Schon im Vorfeld der Autobahnsperrung hat sich die Stadt mit dem Landesbetrieb Straßen-NRW und auch der Polizei zusammengesetzt, um Maßnahmen zu beraten.

Der Hasenbrucher Weg wurde nicht gesperrt — er darf sowieso nur von Anliegern befahren werden. Viele hatten befürchtet, dass vor allem dieser kleine Weg als Bypass nach Kettwig genutzt werden könnte. Eine Sperrung wäre aus verkehrsrechtlichen Gründen auch nicht so ohne weiteres machbar gewesen.

Auf Wunsch der Bürgerschaft Breitscheid werden noch einige Straßen mit Sperrbaken und Anlieger-frei-Schildern versehen — etwa der Linneper Weg. Mit der Polizei sei abgesprochen worden, dass sie diese Anliegerstraße verstärkt überwacht und die Autofahrer dort kontrolliert, sagte Arndt.

Deutlich mehr Verkehr herrschte gestern auf der Essener Straße (L 441/„Esel“). Vor allem Autofahrer aus dem Einzugsbereich von Hösel und Lintorf fuhren auf diesem Weg ins Ruhrtal und weiter nach Kettwig, und versuchten so, die knapp 20 Kilometer längere Umleitungsstrecke auf der Autobahn zu umgehen.

Um den Verkehr an der Einmündung zur August-Thyssen-Straße in Fluss zu halten, wurde dort eine provisorische Ampel eingerichtet, die längere Wartezeiten am Stoppschild vermeiden helfen soll.

Erwartungsgemäß waren auch die Kölner Straße nach Mülheim und der Kahlenbergsweg noch stärker befahren als sonst. Zu besonderen Staus kam es aber nicht. Und noch hat sich auch kein Sattelzug auf der Nebenstraße ver- oder festgefahren.

Jürgen Döppeler, Vorsitzender der Bürgerschaft Breitscheid, war am Montag „erleichtert und auch etwas überrascht“, wie störungsfrei der Verkehr geflossen ist — auch die Autobahnen rund ums Breitscheider Kreuz. „Mal abwarten, wie es am Abend wird“, sagte Döppeler. Die Bürgerschaft möchte am Donnerstag beim Bürgertreff eine Umfrage starten, wie die Breitscheider die ersten Tage der Sperrung erlebt haben.

Übrigens werden die Breitscheider auch von der Baumaßnahme profitieren: Der neue lärmmindernde Fahrbahnbelag soll künftig den Autobahnkrach um rund zwei Dezibel verringern, auf der Ruhrtalbrücke gar um vier Dezibel. Ganz vorbei mit den Bauarbeiten ist es auch nach Aufhebung der Sperrung Ende September noch nicht: Zwischen Breitscheid und Kettwig sollen die Mittelleitplanken durch Betonwände ersetzt werden.

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