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Unbekannte hinterlassen Schmierereien am Trinsenturm

Unbekannte hinterlassen Schmierereien am Trinsenturm

Im Umfeld des historischen Gebäudes liegt auch viel Müll herum.

Ratingen. Eines der Wahrzeichen der Stadt hat im Schatten des neuen Rathauses einen schweren Stand: Schmierereien und Müll sorgen für ein hässliches Umfeld. Mittendrin steht der historische Trinsenturm, der von Unbekannten in einigen Bereichen besprüht wurde.

Rückblick: Der Trinsenturm an der Grabenstraße wurde nach Angaben der Stadt im Jahre 1480 errichtet. Am Ende der Stadtrechnung aus den Jahren 1479/80 findet sich eine von anderer Schreiberhand später hinzugefügte Notiz: „In diesem Jahr ist der Thurn nechst der Lintorffer Pfortzen den man jetzt den Trinsen Torn nennt gebauet.“

Der Turm erhielt seinen Namen vermutlich nach dem Zaumzeug für Pferde, der Trense. Es handelt sich um einen rechteckigen Schalenturm, der zur Stadtseite hin offen war. 1613 wohnte der Scharfrichter im Trinsenturm. Mittlerweile ist innerhalb des historischen Gemäuers das Spielzeug- und Puppenmuseum untergebracht.

Als bekannt wurde, dass die Stadt den vormals für Kunstausstellungen genutzten, schmalen und winkeligen Turm zum Spielzeug- und Puppenmuseum machen will, kursierte sofort die Befürchtung, es werde dort künftig recht statisch zugehen. Der Trinsenturm als Teil der alten Stadtmauer dürfe sein Dasein aber nicht als Abstellkammer für ausrangierte Exponate fristen. Alles völlig unbegründete Sorgen, betonten damals Alexandra König, Chefin des Museums Ratingen, und Bettina Dorfmann vom Verein der Puppen- und Spielzeugfreunde. Der Turm sollte allerdings auch nicht mit Ausstellungsstücken vollgestopft werden.

„Der Raum ist Mit-Akteur und soll als solcher zur Geltung kommen“, sagte König. „Der historische Turm ist ein guter Anknüpfungspunkt zur Stadtgeschichte, also zur stadtgeschichtlichen Abteilung unseres Museums. Hier erfahren die Turmbesucher dann, wo sie gerade waren und wie das alles entstanden ist. Umgekehrt haben Besucher des Museums vielleicht Lust, sich die Geschichte einmal vor Ort, nämlich im unter Denkmalschutz stehenden Trinsenturm konkret anzuschauen — und treffen dabei zusätzlich noch auf Puppen und Spielzeug.“ Nun also die Schmierereien und der Müll im Umfeld — wahrlich kein einladendes Ambiente. Wie die Stadt dagegen angehen will, ist noch offen. Auch am neuen Düsseldorfer Platz haben Unbekannte Graffiti hinterlassen.