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Tierheim: Verzweifelte Suche nach einem Standort

Tierheim: Verzweifelte Suche nach einem Standort

Noch immer ist keine Heimat für das Tierheim in Sicht. Die Verwaltung hat zwei Vorschläge abgelehnt.

Ratingen. Seit zwei Jahren versucht die Bürger-Union gemeinsam mit der Tierhilfe, ein Tierheim in Ratingen zu etablieren. Bislang ohne greifbaren Erfolg. Denn Dreh- und Angelpunkt des Vorhabens, das vom politischen Gegner anfangs als plumper Wahlkampftrick abgelehnt wurde, ist und bleibt die Platzfrage. Wann der erste ausgesetzte Hund oder die erste streunende Katze aufgenommen und versorgt werden kann, steht derzeit immer noch in den Sternen. Denn nicht einmal beim allerersten Schritt auf dem Weg zu einem eigenen Tierheim, der Standortfrage, sind die Politiker bisher vorangekommen.

Im Januar 2010 hatte sich die Verwaltung auf die Suche gemacht und in einer Vorlage fünf geeignete, unbebaute Grundstücke vorgestellt, auf denen ein Tierheim errichtet werden könnte. Nicht zuletzt in Anbetracht der Ratinger Bodenpreise sah man es dann als sinnvoller an, ein bereits bebautes Grundstück für ein Tierheim umzunutzen.

Die dann von der Bürger-Union (BU) ins Gespräch gebrachten Standorte — Gut Broichhof in West und die ehemalige Nussbaumschule im Schwarzbachtal — sind aber bei der Verwaltung glatt durchgefallen. Da Gut Broichhof in der Wasserschutzzone liegt, kann eine „Genehmigung für ein Tierheim nicht in Aussicht gestellt werden“, heißt es in der entsprechenden Vorlage.

Außerdem wird die räumliche Nähe zu den Hotels Holiday Inn und Relaxa Hotel Airport aus Lärmgründen kritisch gesehen. Und schließlich wird das Gut in der Denkmalliste der Stadt als erhaltenswert geführt, was möglicherweise erforderliche Umbauten erschweren würde.

Das Grundstück Nussbaumschule an der Mettmanner Straße im Schwarzbachtal taugt aus Verwaltungssicht ebenfalls nicht als Standort — wegen der angrenzenden Wohnbebauung: „Die von einem Tierheim ausgehenden Lärm- und Geruchsimmissionen führen zu einem erheblichen Konflikt, der zur Folge hat, dass das Vorhaben unzulässig ist.“

BU und Tierhilfe wenden sich jetzt direkt an die Bürger, mit der Bitte, bei der Suche nach passenden Geländen und Gebäuden mitzuhelfen. Geeignet ist ein Objekt, wenn möglichst viele der folgenden Kriterien erfüllt werden: Grundstücksgröße mindestens 4500 Quadratmeter, Wohn- und Wirtschaftsgebäude ab 250 Quadratmeter, angrenzend viel Grün als Auslauffläche und keine unmittelbare Wohnbebauung. Hinweise können unter der Mailadresse vorstand@tierhilfe-ratingen.de erfolgen.

Zugleich beauftragt die BU die Verwaltung damit, bebaute Grundstücke, die als Tierheim-Standort taugen, vorzuschlagen. Dabei sollen städtische Grundstücke bevorzugt berücksichtigt werden.