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Tiefgarage geplant: Autos parken unterm Park

Tiefgarage geplant: Autos parken unterm Park

Der Bezirksausschuss beschließt eine Tiefgarage am Beamtengäßchen. Bürger und WZ-Leser sind dagegen.

Ratingen. Jetzt ist es amtlich: Unter dem Park am Beamtengäßchen soll eine Tiefgarage gebaut werden. Das hat der Bezirksausschuss Mitte jetzt in seiner Sondersitzung mit deutlicher Mehrheit beschlossen. Die Planung sieht eine Garage am südlichen Ende des Beamtengäßchens vor — mit einer Zufahrt von der Hans-Böckler-Straße aus. Dadurch könnten große Teile der Parkanlage mit ihrem Baumbestand geschont werden, hieß es. Außerdem blieben die Wallanlage und die Reste der alten Stadtmauer entlang der Wallstraße unangetastet.

Harsche Kritik an den Plänen äußerte Bürgerin Gabi Keusen-Huerkamp in der Redestunde. Als Eigentümerin eines Hauses am Beamtengäßchen ist sie „entsetzt“ über die Pläne. Wenn es woanders in der Stadt noch freie Parkplätze gebe, braucht Ratingen nicht neue Tiefgaragen, sondern ein besseres Leitsystem, sagte sie. „Der Park lockt so viele Menschen an.“ Das sei eine grüne Oase. Zudem vermisse sie die Suche nach Alternativen — etwa eine Tiefgarage unter dem Düsseldorfer Platz.

Auch WZ-Leser Marcel Zylla sorgt sich um die Zukunft des Parks: „An diesem zentralen Ort treffen sich Menschen von jung bis alt, um auf dem Weg ins Zentrum oder auf dem Heimweg zu entspannen oder dem lebendigen Treiben zuzuschauen.“ Er sei vor einem Jahr bewusst nicht in eine Großstadt gezogen, sondern in eine Stadt, die ihm genau diese Plätze im Zentrum biete.

Die Politik wollte dennoch an den Planungen festhalten. Ursprünglich waren 80 Stellplätze vorgesehen, was vor allem der Bürger-Union zu dürftig erschien: Sie bestand auf rund 120 Parkplätzen — und erhielt dafür mehrheitlich Zuspruch.

„Das entspricht in etwa der Zahl der im Kirchgassen-Parkhaus wegfallenden Stellplätze“, sagte Alfred Dahlmann (BU). Gerold Fahr (CDU) bezeichnete diese Lösung als „die einzig realistische“. Zurückhaltend waren die bürgerlichen Parteien hinsichtlich der Wirtschaftlichkeits- und Bedarfsprüfung für ein solches Parkhaus. „Die Stadt hat zurzeit keinen einzigen Dauerstellplatz zu vermieten“, argumentierte Fahr. Auch die FDP sah den Bedarf als „völlig unstrittig“.

SPD, Grüne und Linke pochten dagegen auf eine Prüfung. Freie Plätze an der Stadthalle, neue im künftigen „Stadttor“ und eine freie Parkebene am Krankenhaus — es gebe genügend Kapazitäten, sagten die Grünen. Doch die Mehrheit entschied, auf die Prüfung zu verzichten.

Axel Riedner, Mitglied der IG Ratinger Einzelhändler, hat eine ganz andere Idee: Er hat beantragt, dass die Verwaltung das Areal der alten Feuerwache an der Lintorfer Straße nutzen soll. Bei „geschickter Einteilung“ wären dort 80 Stellplätze möglich, sagt Riedner. „Das nimmt schon mal Druck aus dem Kessel.“