Ratingen : Tätigkeitsbericht: Stadt forciert Klimaschutz

Ratingen : Tätigkeitsbericht: Stadt forciert Klimaschutz

Die Verwaltung setzt auf Elektroautos für Mitarbeiter. Zudem sollen Radwege saniert und die Westbahn reaktiviert werden.

Es tut sich was – und man drückt aufs Tempo, denn das Thema beherrscht die globalen und kommunalen Debatten. Die Stadt Ratingen forciert den Klimaschutz und hat jetzt eine Art Tätigkeitsbericht vorgelegt. Der zentrale Leitfaden für die städtischen Aktivitäten ist das Klimaschutzkonzept, das unter großer Bürgerbeteiligung erarbeitet und bereits 2017 beschlossen wurde. 2018 nahm die städtische Klimaschutzmanagerin Elena Plank ihre Arbeit auf. Anfang dieses Jahres präsentierte sie – neben zahlreichen anderen Aktivitäten – ein Elektromobilitätskonzept für Ratingen. Das Fahren mit E-Autos soll attraktiver werden, etwa durch das Aufstellen von Ladestationen.

Fast die Hälfte der städtischen Pkw-Flotte ist klimaschonend

Hier geht die Stadt nach eigenen Angaben mit gutem Beispiel voran. Sieben städtische Pkw sind inzwischen elektrobetrieben. Hinzu kommen ein Plug-in-Hybrid sowie drei erdgasbetriebene Autos, so dass inzwischen fast die Hälfte der städtischen Pkw-Flotte (insgesamt 24 Fahrzeuge) klimaschonend unterwegs ist. „Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll schrittweise die gesamte Pkw-Flotte auf E-Betrieb umgestellt werden“, betont Umweltdezernent Martin Gentzsch. Für Wege, die ohne Materialtransport und innerhalb der Stadt Ratingen zurückgelegt werden, stehen bereits Dienstfahrräder zur Verfügung – mit und ohne Elektro-Unterstützung. Die Verwaltung wird zu den Etatberatungen vorschlagen, die Zahl der Dienstfahrräder deutlich zu erhöhen.

Der Radverkehr spielt im Hinblick auf eine Wende hin zu einer umweltfreundlichen Mobilität insgesamt eine sehr große Rolle. Daher ist die Stadt seit mehreren Jahren Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrrad- und fußgängerfreundlicher Städte in NRW und setzt seit einigen Jahren kontinuierlich den Masterplan Radverkehr um (Schutzstreifen beziehungsweise Radfahrstreifen im Zuge von Deckensanierungen, Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung, Radabstellanlagen). Für die nähere Zukunft sind umfangreiche Sanierungen von schlechten Radwegen geplant.

Weitere Verbesserungen für das Bus- und Bahnnetz sind geplant

Um den öffentlichen Nahverkehr noch attraktiver zu machen, hat die Stadt in den vergangenen Jahren den zentralen Busbahnhof am Düsseldorfer Platz mit Millionenaufwand umgebaut. In Hösel wird zurzeit der S-Bahnhof in eine moderne Bus- und Bahnstation verwandelt. Weitere Verbesserungen im Bus- und Bahnnetz werden in einem eigens geschaffenen Arbeitskreis ÖPNV diskutiert.

Darüber hinaus setzt sich die Stadt für die Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Ratinger Weststrecke ein. Die Westbahn würde ein Meilenstein auf dem Weg zu einer besseren Anbindung an die Region bedeuten, so sieht es auch der Unternehmensverband Ratingen (UVR). Aktuell dazu präsentierte der beauftragte Gutachter beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) gestern in Gelsenkirchen allen am Projekt „Ratinger Weststrecke“ beteiligten Kooperationspartnern – den Städten Duisburg, Düsseldorf und Ratingen sowie dem Kreis Mettmann – die Ergebnisse der gemeinsam in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie.

Nach Ansicht der Gutachter lohnt es sich, die Infrastrukturmaßnahmen zur Reaktivierung der Strecke umzusetzen. Auch ein späterer Betrieb mit Fahrzeugen des Schienenpersonennahverkehrs sei volkswirtschaftlich sinnvoll. Zudem bewerteten die Gutachter das Projekt als ein baulich machbares sowie finanzierbares Vorhaben, das einen wesentlichen Beitrag dazu leisten kann, weiteren Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Verbunden mit den Zielen der Kooperationspartner des Regionetzwerkes sei das Projekt ein Beispiel für ein „ganzheitliches Denken“ von Siedlungsentwicklung und Mobilität.

Der Gutachter präsentierte vier Planfälle, die allesamt einen positiven Kosten-Nutzen-Indikator aufweisen. Um ÖPNV-Investitionsvorhaben bezuschussen zu können, ist eine positive Kosten-Nutzen-Bewertung Voraussetzung. Ein solches Ergebnis liegt vor, wenn der Kosten-Nutzen-Indikator über einem Wert von insgesamt
1,0 liegt.

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